RatCon 2015 – Workshop: Splitterdämmerung – Im Ascheschatten brennender Türme

Ratcon2015Nicht nur DSA5 wurde auf der Ratcon thematisiert, sondern auch die Überbleibsel der letzten Edition. Michael Masberg stellte am Samstag die Romane vor, die den Agrimoth-Teil der Splitterdämmerung ersetzen. Dabei handelt es sich um die Duologie Pfade der Verdammnis, bestehend aus Salon der Schatten und Die Weltmaschine.

Die Entstehungsgeschichte der Romane ist etwas verzweigter und beginnt mit Masbergs Vorgängerwerk Der Nabel der Welten, in dem als Gag zwischendurch die Existenz eines „Salons der Schatten“ aufgeworfen wurde, in dem düstere Gesellen wie Schwarzmagier und Unterweltgrößen lose soziale Kontakte miteinander pflegen. Der ursprüngliche Plan sah also so aus, dass diese Gestalten im gleichnamigen Roman eine Fehde mit Leonardo beginnen und dann im Abenteuer Der Träumeschmied als Auftraggeber für eine Abenteurergruppe dienen, um gegen den Heptarchen zu ziehen. Dieser Verlauf war der ewig-heiteren Tsa offenbar zu düster, weswegen sie Autor Martin John mit den Freuden der Vaterschaft segnete und den Träumeschmied kippte. Den Plot um den Splitter des Agrimoth übernahm daraufhin Masberg in Gänze und fügte dem Salon noch als zweiten Teil Die Weltmaschine hinzu.

Stätten okkulter Geheimnisse CoverZentral in einem solchen Plot sind natürlich die damit verflochtenen Charaktere. Genannt wurden auf der Seite der Guten Heroen Protagonisten altbekannte Gestalten wie Unterweltfürstin Niam von Bosparan, Brabaker Magier Pôlberra und Arestas de Torreano, Chimärologin Sefira Alchadid und Magokrat Rafim ibn Rizwan, die sich sich zu Masbergs eigener Kreation, dem Magier Gorodez Sgirra, gesellen. Insgesamt also ein Kreis von extrem fähigen Egomanen, deren Schwierigkeiten sich vor allem im Zusammenspiel und aus ihrem unterschiedlichen Moralverständnis ergeben werden – im Workshop fiel der Vergleich zu der Avengers-Verfilmung.

Der Salon der Schatten wird dabei in Vinsalt spielen, die Weltmaschine natürlich in Yol-Ghurmak. Dabei werden die Städte als verzerrte Spiegelbilder betrachtet: Beide sehen sich als Boten des neuen Menschen und der Renascentia, die jeweils mit ganz anderen Mitteln herbeigeführt werden sollen. Der Agrimoth-Splitter wird im Laufe des Romans, der noch vor Die Verlorenen Lande spielt, unschädlich gemacht werden, doch nicht jeder Charakter findet ein glückliches Ende und selbst der Plotabschluss als ganzer ist stark interpretierbar: Waren die Handlungen notwendig, um ein größeres Übel zu verhindern? Oder hat man’s einfach versaut? Die Dämonenstadt selbst wird einige Umwälzungen erfahren, doch als grundlegendes Setting erhalten bleiben. Zudem werden neue Antagonisten in Stellung gebracht.

Pro Roman wird es drei bis vier Erzählperspektiven geben, unter denen im zweiten auch ein Schüler aus dem direkten Umfeld von Leonardo sein wird – der Meistermechanicus selbst wird nur von außen betrachtet werden.

Der Nabel der Welten CoverErscheinen werden die Romane im Laufe des nächsten Jahres, aktuell ist etwa ein Sechstel des Salons der Schatten fertig. Um eine Pause wie bei Der Kreis der Sechs und Der Nabel der Welten zu vermeiden, wird dabei der Salon erst in Druck gegeben, wenn das Manuskript der Weltmaschine auch beim Verlag ist.

Schlussendlich wurden im Workshop auch Ausblicke auf weitere dämonische Machenschaften gegeben. Das Yol-Ghurmak-Abenteuer bleibt (splitterlos) weiter in der Hinterhand und wird vermutlich in DSA5 noch erscheinen – zusammen mit den Romanen soll es hier ambitionierten Spielleitern auch möglich sein, sich das Agrimoth-Splitterabenteuer selbst zu basteln. Die Skrechu hingegen wird vom Plot vorerst unangetastet bleiben. Ihre Geschichte geht frühestens 1040 als Teil des Maraskanplots weiter und benötigt natürlich auch erstmal ein Regelwerk, welches eine Geschichte um einen Splitter erzählen kann, denn dieser Splitter soll auch wieder im Rahmen von Abenteuern angegangen werden.

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14 Kommentare zu RatCon 2015 – Workshop: Splitterdämmerung – Im Ascheschatten brennender Türme

  1. Grabstein sagt:

    Kein Abenteuer um Leonardo und den Splitter fand ich ziemlich schlapp. Das der gute Keideran die Brocken aufliest und die Romane schreibt stimmt mich aber wieder hoffnungsvoll. Auf seinen „Kreis von extrem fähigen Egomanen“ freu´ ich mich schon.

  2. Flocke sagt:

    Klingt geil! Werde ich in jedem Fall lesen!

  3. Emeline sagt:

    Ich werde in Kürze mit dem Vorbereiten der letzten beiden Splitterabenteuer beginnen, wird es da vorher irgendeine Information geben, wie die Schwarzen Lande zu dem Zeitpunkt aussehen? Oder steht das eh in den Abenteuern (ich hab noch nicht länger reingeschaut)?

    • Hola Emeline!

      Jain. Der Ausgang der Romane steht nicht in den Abenteuerbände drin und irgendwie wäre es der Spannung auch abträglich, wenn das Ende schon Monate vor Erscheinen nachzulesen wäre. (Obwohl ich an dieser Stelle (noch) nicht weiß, was der Almanach über Yol-Ghurmak schreibt; jener ist ja für +/-1040 BF datiert, die Romane spielen 1039 BF.)

      Allerdings sind die Informationen nicht zwingend für DIE VERLORENEN LANDE erforderlich, da Abenteuer und Romane zwar irgendwie (teilweise) in derselben Region spielen (den Schattenlanden), aber sich lokal doch nicht überschneiden (Warunkei/Fürstkomturei hier, Yol-Ghurmak dort).

      Das ist vielleicht nicht perfekt, aber ich achte darauf, mit den Romanen keine Bugs zu schießen, die Leute, die die Haffax-Bände gespielt haben, die Hände über den Kopf zusammenschlagen lassen. 😉

      Da das Ende des Doppelromans und der Auftakt des Doppelabenteuer zeitlich nie so weit auseinanderliegen, kannst du aber gerne die haarsträubendsten Gerüchte über Yol-Ghurmak einstreuen (die Dämonenstadt ist erwacht und hat sämtliche Bewohner verspeist; der Mechanicus wurde von der Kirche des Feurigen Vaters gestürzt; Leonardo hat seinen sterblichen Leib abgelegt und seinen Geist in eine gewaltige Rostmaschine transferiert; …). Nichts Genaues weiß man nicht, aber man hat gerade ohnehin dringendere Probleme.

      Ich hoffe, das hilft ein wenig.

      Sonnige Grüße!
      Michael

      • Curima sagt:

        @Michael: Oh, wo du hier anscheinend ja mitliest: Wie spoilerig für die Geschehnisse der übrigen Splitterbände werden die Romane denn? Ich würde sie ja zu gerne lesen (und rezensieren), will aber die anderen Splitterdämmerungs-Abenteuer noch als Spieler erleben.

        • Hola!

          Bis jetzt würde ich sagen: minimal. Die meisten Abenteuer der Splitterdämmerung sind bis zum aventurischen Zeitpunkt der Romane zwar bereits geschehen, aber ich plane eigentlich nicht, groß darauf zu referieren. Aber mit absoluter Gewissheit kann ich das erst sagen, wenn sie fertig geschrieben sind. 🙂

          Noch eine kleine Anmerkung: Der Träumeschmied sollte von Martin John, nicht von Martin Schmidt geschrieben werden.

          Sonnige Grüße!
          Michael

          • Curima sagt:

            Oh, danke für die Anmerkung, das hab ich geändert.

            Und danke für die Auskunft, das klingt ja fast, als ob ich sie tatsächlich lesen kann 🙂 Yay!

          • Cifer sagt:

            Seltsam. Ich könnte schwören, ich hätte Martin Schmidt gehört, aber in meinen Notizen stand tatsächlich keiner der beiden Namen. Vielen Dank für die Aufklärung diesbezüglich!

  4. Morgoth von Feuerklinge sagt:

    Ja wie geil! Die beiden Drachenschatten Bücher gehören zu meinen absoluten Lieblingsbücher von DSA und ich habe bereits über 100 gelesen. Freue mich riesig darauf, da ich seither sehr von Masberg angetan bin.

  5. Emeline sagt:

    @Michael: Danke 🙂

    Bei meinen Spielern wird das sicher ein Problem, wenn ich denen sage, erobert die Fürstkomturei, und gleichzeitig, dass bei keiner Besprechung thematisiert wird, ob an der Grenze agrimothsches Kriegsgerät und riesige Werwolftruppen oder nur mehr ein paar marodierende Werwölfe und mit dem Wiederaufbau beschäftigte weißtobrische Bauern lauern. Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie in dort spielen soll, ohne den Zustand von Transysilien zu kennen 🙁 Aber irgendwie ist da in letzter Zeit eh immer nur mehr von Yol-Ghurmak und Leonardo die Rede, der Rest des Reiches und des Triumvirates scheint ein wenig unterzugehen.

    Wenn ich das richtig gesehen habe, ist der Almanach für Oktober angekündigt. Dann warte ich besser noch ein bisschen, da müsste ja dann mit Stand 1040 alles zumindest grob drinstehen, das müsste dann reichen.

    • Transysilien ist nicht Yol-Ghurmak. 😉 Oder um es anders zu sagen: Die Romane erzählen eher urbane Geschichten …

      Wenn ich es vom Überfliegen richtig in Erinnerung habe, wird Transysilien durchaus in den Haffax-Bänden thematisiert – aber das wirst du ja dann selbst nachschlagen. 🙂

  6. Wiccaner sagt:

    Da bin ich mal sehr gespannt 🙂
    Wenn es genauso spektakulär und furios wird wie „Der Kreis der Sechs“, und bei Yol-Ghurmak kann man hier stark darauf schließen, dann wird das der Knaller.
    Die beteiligten „guten“ Protagonisten geben da schon einmal einen stimmigen Vorgeschmack.
    Ich freu mich auf zwei Romane, die wohl nach meinem Geschmack sind.
    Ich hoffe aber, dass man mit den Protagonisten ein bisschen mehr mitfühlen kann, als bei „Der Kreis der Sechs“, und dass jeder Charakter seine Daseinsberechtigung hat.
    Wir dürfen gespannt sein! 🙂

  7. Derya Eulenhexe sagt:

    Da mir die Drachenschatten-Bände gefallen hatten, hatte die Ankündigung beiden ‚Pfade der Verdammnis‘-Bände unter der Feder von Michael Masberg schon mein Interesse geweckt. Die hier aufgeführten Informationen haben dieses Interesse nun weiter angefacht. Die Protagonisten und die Blicke durchs Schlüsselloch wissen zu gefallen! Damit fiebere ich dem Erscheinen der Bücher entgegen und freue mit dann hoffentlich auf eine spannende Lektüre.

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