Neues zu DSA5: Spielervertrag und Ulisses-Spieler-Score

DSA5 Beta-Regelwerk CoverTRAVIASNECKEN

Bald ist es soweit: In etwas über einem Monat wird zur RPC 2014 die DSA5-Ära mit der Veröffentlichung des Beta-Regelwerks eingeläutet. Dass sich dabei nicht nur die Regeln ändern werden, ist schon seit letzten Oktober klar, als die Einbindung des Gruppenvertrags ins Regelwerk angekündigt wurde (Nandurion berichtete).

Die ersten Reaktionen zu diesem heißen Eisen waren, wie zu erwarten war, sehr gemischt. Zur konkreten Ausformung der ganzen Angelegenheit war zu diesem Zeitpunkt aber noch fast nichts zu erfahren, weshalb die Diskussionen schnell erlahmten. Das dürfte sich nun ändern: Im Rahmen der Testphase soll den Spielern neben einer Kurzfassung im Beta-Regelwerk selbst auch ein Vertragsregelwerk in PDF-Form zugänglich gemacht werden. Somit sollen auch Gruppen mit stärkerem Regulierungsbedarf frühzeitig von den neuen Überlegungen profitieren und in Diskussionen beim Feinschliff mithelfen. Damit das ganze schon jetzt schon etwas konkreter erfolgen kann, hat Ulisses Nandurion erlaubt, eine Version des Spielervertrags zu präsentieren, die laut letztem Stand wohl so gut wie identisch mit der finalen Version für den kommenden Regelband ist. Große Änderungen sind bis dahin nicht mehr zu erwarten, da das Werk ja bald in Druck gehen wird. Der Download findet sich unter dem folgenden Link in Simias Werkbank:

» Download Spielervertrag (DSA5-beta)

Doch damit nicht genug: Der Vertrag ist nur Teil eines neuen Gesamtkonzepts, mit dem der Umgang mit der Spielerschaft auf eine neue Basis gestellt werden soll. Die grundsätzliche Idee dabei ist, das Feedback in beide Richtungen zu stärken, indem dieses insgesamt professioneller aufgestellt wird – sowohl auf Verlags- als auch auf Spielerseite!

Was soll das bedeuten? Gerade bei den Rückmeldungen und Diskussionen ist in den letzten Monaten ist offenbar geworden, dass die gewaltige Flut an Vorschlägen eine Kanalisierung braucht. Da nach Erscheinen des Beta-Regelwerks mit einer noch größeren Flut an Feedback gerechnet wird, soll als erster Schritt eine Gruppe fester Beitragssichter rekrutiert werden, die neben den Beilunker Reitern als Hesinde-Jünger geführt werden sollen. Um diesen das Leben leichter zu machen, wird es eine zweite große Neuerung geben: Die Einführung des Ulisses-Spieler-Scores (USS).

Flyer DSA5

Was soll der USS erreichen? Durch die Einstufung der Spieler anhand von harten Werten, wie Hintergrundwissen und anderen messbaren Indikatoren, wird ein Score-Wert errechnet, der eine Gewichtung der Spielerbeiträge untereinander ermöglichen soll. Dies ist zur Prioritäteneinstufung des Feedbacks gedacht, wird aber bei Akzeptanz noch in vielen weiteren Bereichen eine Rolle spielen. Für die Spieler soll es später so die Möglichkeit geben, selbst zu sehen, welche Abenteuer für sie geeignet sind, indem der Score auf die empfohlene Angabe zur Komplexität für Spieler umgerechnet wird. Auch das Finden passender Mitspieler für die eigene Runde zuhause oder auf Conventions soll so erleichtert werden und zu größerer Zufriedenheit führen.

Der USS wird ein dreistelliger, positiver Wert sein. Wie erfolgt die Ermittlung? Nach erfolgter Registrierung wird zunächst ein Online-Test absolviert, der sich über speziell designte Fragen mit dem Hintergrundwissen, der Regelfestigkeit und der persönlichen Komplexitäts-Wunschstufe auseinander setzt. Der so ermittelte Initialisierungs-Score ist dabei nicht auf alle Ewigkeit gesetzt, sondern wird immer wieder modifiziert werden. Dies geschieht beispielsweise im Rahmen jährlich neu stattfindender Tests und durch Teilnahme bei offiziellen Alveraniars-Runden. Als Idee hängt noch ein Suchalgorithmus im Raum, der, ähnlich wie es Suchmaschinen tun, per Bot-Programm die Beiträge eines Spielers bei bekanntem Nick in den Foren nach einschlägigen Begriffen und Konstruktionen scannt und automatisch auswertet. Über eine White- bzw. Black-List soll dieser Daten-Crawl dann ebenfalls Eingang in den Score finden. Die Einführung dieser Technik dürfte sich jedoch bis nach der Beta hinziehen, da für die technische Umsetzung noch entsprechend versierte Personen benötigt werden. Die genaue Formulierung des Algorithmus wird dabei aber wohl sowieso ein Firmengeheimnis in Waldems bleiben.

Generell werden Moderatoren des Verlagsforums bei entsprechenden Beiträgen und offizielle Ulisses-Meister auf Conventions auch direkt in einem gewissen Rahmen Punkte vergeben oder abziehen können – was intern schon als Hogwarts-Regel bezeichnet wird („10 points from Gryffindor!“). Bei offiziellen Spielrunden wird es dazu neben dem eigentlichen Spieleiter einen zusätzlichen Beobachter geben, der das Abenteuer begleitet und anschließend den Spielern Feedback zum Spielverhalten gibt. Als mögliche Kriterien sind dabei Kreativität, Regeltreue, Teamspiel, Aktivität und Kreativität angedacht.

DSA5 Collage BoteDie erreichte Gesamtpunktzahl wird auch auf die zu erhaltenden Abenteuerpunkte Einfluss haben. So sollen Anreize geschaffen werden, um eine aktive Spielerbeteiligung in Abenteuern zu erhalten. Umgekehrt wird auch für die Alveraniare ein Qualitätssystem eingeführt, bei dem die Spieler den offiziellen Meistern Noten geben können. Die Bewertung wird wiederum nach USS gewichtet, so dass die Urteile von Spielern mit hohem Wert stärker ins Gesamtergebnis einfließen. Auch der Zugang zu den Alveraniars-Runden wird geändert: Statt durch reinen Würfelwurf wird ein gewisses Kontingent (vermutlich die Hälfte oder ein Drittel, das wird noch abgestimmt) der Plätze in Zukunft an die angemeldeten Spieler mit dem höchsten USS verteilt werden. Die restlichen Plätze werden weiterhin verlost. So sollen auch nicht zertifizierte Spieler, also solche, die sich nicht für das System registriert haben, noch eine Möglichkeit haben, eine Alveraniarsrunde zu besuchen.

Ein weiterer betroffener Bereich ist das lebendige Aventurien: Der Ausgang der entsprechenden Abenteuer soll transparenter durch die Spielerschaft beeinflusst werden. Alle teilnehmenden Spieler werden am Ende eines jeden Kalenderjahres die Möglichkeit bekommen, per Wahl darüber abzustimmen, welcher Plotverlauf in den Metaplot-Kanon aufgenommen wird. Jeder Teilnehmer kann dazu Stimmen in Höhe seines USS verteilen, was eine qualifizierte Kompetenzmehrheit sichern soll. Im Rückschluss werden alle Spieler, die für den siegreichen Vorschlag gestimmt haben, einen Bonus für ihren Score bekommen. Damit soll das System auch stärker auf die Wünsche der Spielermehrheit ausgerichtet werden.

Über Salaza

Salaza heisst im wirklichen Leben Thorsten und spielt mit wenigen Unterbrechungen seit 1985 DSA. Er beschäftigt sich mit dem aventurischen Kartenwerk und mit der Erstellung von DSA-Schriftarten und tut gerne seine Meinung kund, wenn ein Produkt in seinen Augen blöde Fehler oder tolle Ideen hat.
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85 Antworten zu Neues zu DSA5: Spielervertrag und Ulisses-Spieler-Score

  1. Joschsagt:

    Dito. Unverbindliches Herumgespiele kann man als Teenager machen, für alle, die es seriös wollen, führt langfristig einfach kein Weg an verbindlichen Selbstverpflichtungen vorbei. Irgendwann muss man halt auch mal erwachsen werden.

  2. Varanasagt:

    Die Regelfestigkeit wird abgefragt? Ich wäre ja dafür, daß man einen bestimmten USS braucht, um offizielle Abenteuer schreiben zu dürfen. 😀

  3. Eisvogelsagt:

    Gilt das ganze auch noch ab dem 2.April?

  4. Vibarts Voicesagt:

    Bin ich eigentlich wieder der einzige bei Nandurion, der diese Sache hummeldumm findet? Kaum habe ich DSA5 im Passierschlag gelobt, kommt aus Waldems so eine 1984-Vision. Und damit meine ich den Orwell-Roman, und nicht das Erscheinungsjahr der Basis-Box.
    Demnächst kann die NSA nicht nur über mein Smartphone mein Bewegungsprofil lesen und über meine Easy-Box, welche Sexseiten ich ansurfe, sondern auch noch, wie ich in einer nerdigen Rollenspiel-Community bewertet bin. Super.
    Hingegen finde ich den Gruppenvertrag recht überzogen, aber die eine oder andere gute Idee steckt da aus meiner Sicht tatsächlich drin.

  5. Kurzkommentar zum Gruppenvertrag, zu allem anderen äußere ich mich, nachdem die erste Wut verraucht ist, sonst wird’s unnötig beleidigend.

    Nach erster Lektüre des Gruppenvertrags habe ich gedacht: Das also soll das Spiel flüssiger und einfacher machen? Im Ernst? Nun wird nicht nur das Inplay, sondern auch das Offplay reguliert?
    Ich darf jetzt nicht nur Kreuzchen und Werte auf Talentbögen eintragen, sondern auch bei vegan und lactosefrei? Ernsthaft? Ich soll meine Feierabend-Hobbyrunde einem Vertragswerk unterwerfen und bei dessen Nichteinhaltung in den Unterlagen kramen und sagen: Hier, hast du so unterschrieben!

    Versteht mich nicht falsch: So wie ich das sehe, verfolgt das Werk ja eine noble Absicht: Es richtet sich an neue, unerfahrene, zumeist junge Spielrunden. Dann muss das aber auch so formuliert werden! Denn WENN sich neue, unerfahrene, junge SpielerInnen mit einem Hobby wie P&P beschäftigen; also nicht zum MMO oder ähnlichen neuen Medien greifen, dann wollen sie bestimmt nicht gleich mit einem fünfseitigen Vertragswerk (!) vergrault werden! Dieses Ding stößt gleich zwei Spielrundentypen vor den Kopf: Einerseits den erfahrenen SpielerInnen, die sich wünschen, sie könnten bei den Autoren dieser Schnapsidee mal schnell die Temperatur messen. Andererseits die Neueinsteiger, die sowas nur von Verhaltensverträgen im Schulunterricht kennen. („Wenn einer redet, hören alle aufmerksam zu und fallen nicht ins Wort.“ „Wer etwas sagen möchte, meldet sich und ruft es nicht in die Klasse.“) Und um es ganz deutlich zu machen: Schule, also „Belehrung“, ist etwas, dass NIEMAND außerhalb der Schule haben möchte, schon gar nicht in der Freizeit! Und das sage ich als Junglehrer!

    Im Ernst, so etwas kann man als kostenlosen Download anbieten, für alle denen das hilft. Ein feiner, zusätzlicher Service. Davon kann es nie genug geben! DSA war aber immer ein Hobby, das einer goldenen Regel folgt: Wenn dir etwas nicht gefällt, ändere es ab. Jede Spielrunde hat Hausregeln. Gleichzeitig verständigt man sich (auf Cons und Messen) auf einen Minimal-Kanon, damit alle auf dem selben Stand sind. Das hat nicht immer gut geklappt, aber das bringt ein solch kreatives Hobby nunmal mit sich, dass man sich arrangieren muss. Es funktioniert chaotisch, aber es FUNKTIONIERT! Seit 30 Jahren!

    Dieser Gruppenvertrag untergräbt die Freiheit der Kreativität, indem suggeriert wird, dass er zum offiziellen Minimal-Kanon gehört; immerhin ist er Bestandteil des Regelwerks!
    Das heißt im Umkehrschluss: Jeder, der den Gruppenvertrag ignoriert, entfernt sich vom offiziellen Spielerkanon. (Ich meine ausdrücklich nicht den Spielweltkanon) Und kommt mir nicht mit Optionalität. Wir alle wissen, was Optionalität bei DSA bedeutet.

    Es geht auch nicht darum, dass es eine GUTE Idee ist, wenn man Chips vorher in Behälter umfüllt und nicht aus knisternden Tüten fischt. Ja, das IST eine gute Idee!
    Aber ich will sie nicht in meinem Fantasy(!)-Rollenspielbuch(!) finden! Ich möchte, dass mich ALLE Texte in so einem Buch in eine fremde, fantastische, aufregende, abenteuerliche Welt locken. Jede Seite des Buches soll ABENTEUER atmen, selbst wenn es „nur“ Regeln sind.
    Dem Autor kann und soll es schnurzegal sein, ob in meiner Spielrunde vegane Häppchen gereicht werden und wer den Abwasch macht; es geht ihn schlicht und ergreifend nichts an und es hat NICHTS mit den Abenteuern in der DSA-Welt und NICHTS mit Rollenspiel zu tun, sondern mit Bevormundung, Regulierung und Belehrung.

    *schnauf* So, das musste mal raus.

    Liebe Grüße aus Rakshazar

    Raphael

  6. Sirrasagt:

    Hmmm….

    ich muss wohl mit meiner Annahme sehr recht gehabt haben.
    Was gäbe es sonst für einen anderen Grund warum mein erstes Kommentar nicht freigegeben wurde? ^^

    Aprilscherz!

  7. Schnaasorsagt:

    Aprilscherz?^^

  8. Siebenstreichsagt:

    Ich möchte mal eine Lanze brechen für die armen Allergiker und Lebensmittel-Intoleranten (ich vertrage selbst keine Milchprodukte), denn bisher habe ich das Gefühl, dass die Regelung der für DSA-zugelassenen Lebensmittel nur als eine sinnlose Einschränkung gesehen wird.

    Bei einem Spielabend hatte sich freundlichweise eine Mitspielerin (ohne an Punkt III des Gruppenvertrags, der damals ja nicht existierte, gebunden zu sein) bereiterklärt, Pfannkuchen zu machen. Leider konnte ich die dann nicht essen. Hätte es damals nur schon den Gruppenvertrag gegeben, hätte ich mich nicht mit Salzstangen begnügen müssen (und diese dann auch nicht aus der Packung heraus essen müssen…)

    PS Für selbstauferlegte Bürden wie Vegan habe ich als überzeugter Fleischesser dagegen kein Verständnis. 😉

  9. PS: Ich möchte meinen Kommentar ausdrücklich als Reaktion auf eine Meldung vom 31.03. verstanden wissen. Wenn das eine absichtlich falsch datierte News war (wobei der Gruppenvertrag ja auch im Vorfeld schon angekündigt wurde), dann werden wir es spätestens morgen wissen. 😉

  10. Eisvogelsagt:

    Ein guter erster Schritt, aber natürlich nicht bis zu Ende gedacht:
    warum wird es überhaupt noch erlaubt, dass DSAS existieren, die nicht eingetragenen Vereine (e.V.) sind? Spätestens nach dem Ablauf von 12 göttergefälligen Wochen MUSS eine DSAG als e.V. registriert sein, ansonsten sollte Ulisses an diese Anarchisten kein offizielles Material mehr verkaufen, über den crawler sollte sich auch ohne NandurionStrafAgentur (NSA) herausfinden lassen, um welche Chaoten es sich handelt.
    Desweiteren fehlt ein klares Strafregister für wohl nicht zu vermeidende Verletzungen des Gruppenvertrags, da drückt die Redaktion sich wieder einmal vor der dringend notwendigen Verbindlichkeit.
    Komplett daneben ist auch die verpasste Franchisegelegenheit: für Knabbersachen wird „ein schwedische Möbelhaus“ empfohlen, wo es doch schöne DSA-Schälchen gibt. Als Meister toleriere ich keinerlei Fingerfood aus Fremdgefäßen und weigere mich umgekehrt als Spieler solches zu verzehren – zumindest an behördlich genehmigten DSAS-Treffen. Meine beginnende Adipositas konnte übrigens dadurch erfolgreich eingedämmt werden.
    Was mir andereseits gut gefällt ist, dass es jetzt endlich eine klare Anweisung gib, wie z.B. Vergewaltigungsszenen in wechselnder sexueller Orientierung am Spieltisch auszuspielen sind. Allerdings hat die Redaktion – TYPISCH – die verschiedenen spielbaren Rassen vergessen – wie soll die Spielrschaft jetzt mit Zwangshandlungen an einem Leonir durch ein Achazmädchen umgehen. Wie so oft scheinen die Redakteure ihjr eigenes Regelwerk nich gut genug zu kennen.
    Ich könnte noch seintenweise weiterschreiben, aber die (Lach-)Tränen der Empörung zwingen mich zur Aufgabe – hoffen wir auf DSA6!

  11. Hesindeansagt:

    Aprilscherz! Würde ich mal sagen.

    Ansonsten freu ich mich auf den Test 😉

  12. oh,

    Ulisses-Spieler-Score – back to the roots!

    Da erinnere ich mal an die uralten FAQ der DSA 1.0-Generation:

    „Ab wie vielen Abenteuerpunkten werde ich Meister?“
    und
    “ Was machen wir, wenn unsere Helden schlafen?“

    😉

  13. Xeledonsagt:

    @Faenaril:
    Natürlich wird es Vertragsstrafen für Verstöße gegen den Gruppenvertrag geben, die stehen in meinem noch zu veröffentlichenden Gegenentwurf schon direkt in Artikel 3 mit drinnen. Die Sanktionen können dabei von USS-Punktabzug (den Gedanken hatte ich tatsächlich auch sofort) über vorübergehenden bis dauerhaften Ausschluß aus der Spielrunde bis hin zu einem Eintrag auf der Schwarzen Liste reichen, die ich in Zusammenarbeit mit einigen anderen USS-ranghohen Spielleitern in Kürze ins Leben zu rufen gedenke und auf der dann die Namen potentieller Spielverderber gut für jedermann ersichtlich im Internet bekanntgegeben werden. Natürlich sollte letzteres eine Ultima-Ratio-Maßnahme für Wiederholungstäter oder besonders boshafte Gruppenvertrags-Verstöße gehandhabt werden, aber auch darauf werde ich in meiner in Arbeit befindlichen Gruppenvertrags-Verbesserung detailliert eingehen.

    @Varana:
    Natürlich muss ein DSA-Autor auch über einen hinreichend hohen USS-Wert verfügen, wo kämen wir denn hin, wenn jeder Dahergelaufene plötzlich in UNSEREM Aventurien herumpfuschen könnte? Tatsächlich braucht es in meinen Augen gewisse Schwellenwerte, um den Status der jeweiligen Person auf einer Skala DSA-Interessierter -> DSA-Anfänger -> DSA-Spieler -> DSA-Spielleiter -> DSA-Romanautor -> DSA-Spielhilfenautor -> DSA-Abenteuerautor -> DSA-Regelautor einteilen zu können. Und diese sollten von Ulisses auch absolut verbindlich gehandhabt werden, um ein gewisses qualitatives Mindestniveau halten zu können.

    @Siebenstreich:
    Vollkommen richtig, es gibt wenig ärgerlicheres, als wenn irgendeine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit den Spielfluss beeinträchtigt oder gar zu einem Immersionsbruch führt. Wer schon einmal die furchteinflößenden Geräusche aus dem Magen eines Lactose-intoleranten Mitspielers, der zu viele Nachos mit Käsedipp zu sich genommen hat, gehört hat, weiß, wie ärgerlich das sein kann. Wir haben den betreffenden Spieler zwar nach diesem Vorfall aus unserer Runde entfernt, aber die Erinnerung jagt mir heute noch Schauder über den Rücken – die ganze Atmosphäre war im Eimer und obwohl wir gerade noch ein gruseliges Geisterhaus – zum schneidend dichte Atmosphäre inklusive – geschlichen sind, haben meine Spieler plötzlich alle angefangen zu lachen! ZU LACHEN!!! EINFACH SO WÄHREND DES SPIELS!!!!!!1111111einseinseinself
    In einer gutorganisierten Rollenspielrunde muss aber auch die Art und Abfolge der Speisen klar definiert sein. Alleine wenn ich daran zurückdenke, als wir irgendwann während des Zockens Pizza bestellen wollten – alleine die Diskussion über die zu bestellenden Speisen dauerte länger als ein durchschnittlicher Kampf gegen zehn Orks nach den vollen DSA-Kampfregeln! Geht gar nicht mehr, heute wird zu einem festen Zeitpunkt ein vorher klar definiertes Gericht bestellt, fertig. Man kann auch als Spielleiter selbst die Ausgabezeit von Chips und anderem Knabberkram regeln, allerdings rate ich hier davon ab, das spontan zu machen, man sollte sich vorher bereits einen an die Dramaturgie des Abenteuers angepassten „Speiseplan“ zurechtgelegt haben, damit nicht plötzlich an den falschen Stellen geknuspert wird. Dabei ist es äußerst hilfreich, die Essensgewohnheiten der Mitspieler zu kennen, um die Menge und Art der ausgegebenen Speisen genau auf die jeweilige Gruppe abstimmen zu können. Das ist zugegebenermaßen ein etwas höherer Aufwand, der sich aber absolut lohnt und den ein wirklich ambitionierter Spielleiter nicht scheuen sollte.

  14. Endorsagt:

    Das ist ein Aprilscherz, oder??

  15. Dunkelsinnsagt:

    Ich kann die Aufregung um den Gruppenvertrag nicht nachvollziehen.

    Der Gruppenvertrag ist ein durch Konsens zustande kommendes Vertragswerks. Es enthält die jeweiligen Interessensbekundungen der Unterzeichnenden, die Möglichkeit zur Schaffung eines Übergangsvertrags und ist geltendem Recht angepasst.
    Soweit ich weiß, wurde der Vertrag durch den Hausjuristen des Ulisses Verlags eingehend geprüft. Schon in der Vergangenheit hatte sich die Rechts- und Compliance-Abteilung des Verlagshauses durch die Klärung von Markensrechtsstreitigkeiten verdient gemacht.
    Ich selbst hätte noch eine Salvatorische Klausel eingefügt, um die jeglicher Teilnichtigkeit des Vertragswerks vorzubeugen. Dabei darf die Grundregel des § 306 Abs. 2 BGB natürlich nicht verletzt werden.

    Vielleicht konnten diese Erläuterungen dazu beitragen etwaige Unsicherheiten, die mit dem Vertragswerk und dem darauf bezogenem USS (©Ulisses) einhergehen, zu beseitigen. Ich bitte die Nandurion-Redaktion künftig der Korrektheit auch vom „USS (©Ulisses)“ zu sprechen, um jedwede Unstimmigkeit zu vermeiden.

  16. Abrizahsagt:

    Ja ist denn heut‘ schon Travia?
    Ganz hervorragend geschrieben, darum nehmen es ja auch so viele ernst 😉

  17. TJsagt:

    Geschickt, dass über dem Artikel steht „Publiziert am 31. März 2014 „. So wird man nicht direkt mit der Nase auf das heutige Datum gestossen. Ich muss aber zugeben, ich hätte Ulisses so einen Schw…sinn tatsächlich zugetraut…..so weit ist es schon gekommen…..
    Noch lustiger sind aber hier die Kommentare !

  18. Horussagt:

    Der USS (©Ulisses) (vielen Dank für die Klarstellung Herr/Frau/Neutrum Dunkelsinn) ist der richtige Weg, um eine fachliche Leistungsorientierung von Nachwuchskräften/-autoren zu organisieren. Wie der hochverehrte Spötter schon festgestellt hat, kann nun sicher, akurat und unter absolut objektiven Gesichtspunkten durch den USS (©Ulisses) die Eignung von Autoren schnell und effizient validiert werden. Die Massnahme ist aus meiner Sicht gerade aufgrund der hohen regelseitigen sowie inneraventurisch atmossphärischen Anforderungen unerlässlich für DSA5 Produkte der Zukunft. Weg von Ungereimtheiten und Regelfehlern, hin zu professionell entwickelten DSA Produkten mit erzählerischem Tiefgang und gesicherter Regelunterstützung, die keinen Vergleich scheuen müssen. Dies wird doch seit Jahren von den sogenannten Meinungskennern und Kritikern der jeweiligen Foren gefordert! Aus meiner Sicht geht hier Ulisses einen Schritt auf die Community zu. Absolut hervorragend und unterstützenswert. Diese datenunterstützte visionäre Vorgehensweise wird in Zukunft in der Rollenspielwelt absoluter Benchmark werden. Wer kann sowas schon bieten außer Ulisses?

    @Thorus
    Bei dir bzw. euch mag es seit 30 Jahren funktionieren, aber schau dir mal die ganzen Foren mit den haufenweisen Threads ala „Mein SL mag mich nicht“ oder „Wie unterbinde ich Powergaming“ oder „Wie weit darf ein SL die Gefühle der SC mitbestimmen“ oder „Spieler versauen die Stimmung“. Da gibt haufenweise solcher Threads. Aus meiner Sicht schafft der Verlag hiermit eine solide und transparente Grundlage an die sich alle halten können und die auch jeder versteht. Es wird quasi der Weg für gutes Rollenspiel auf der Metaebene geebnet. Der Verlag geht hier professionell auf die Bedürfnisse der Spielerschaft ein.

    Aus meiner Sicht ein guter und richtiger Weg für DSA5 hin zu einem ernst zunehmenden und seriösen Rollenspiel…wobei ich sagen muss, dass die Sanktionen für Vertragsverstöße aus meiner Sicht einen großen Platz in dem Vertragswerk einnehmen müssen! Hier sollte der Verlag noch nachbessern! Vielleicht könnte dies einer der Beilunkter Reiter mal weitegeben! Vielen Dank!

  19. Jinxsagt:

    Ein Blick auf den Kalender lässt mich hoffen, dass dieser Beitrag kurz vor Mitternacht erstellt wurde, um pünktlich zum 1. April online zu sein. Soviel Absurdität auf einem Haufen muss einfach ein Scherz sein.

  20. Sahiloransagt:

    Da ich schon seit langer Zeit begeistert in der DSA Community unterwegs bin, überlege ich gerade, wie man sich am besten auf die USS Evaluierung vorbereitet.
    Werden primär allgemeine Dinge abgefragt (ist das Horasreich eine Monarchie?, Wie viele Götter hat das Nivesische Pantheon?), detaillierte Meisterpersonen Infos (Wer ist Haushofmeister am Andergastschen Königshof und was ist sein düsteres Geheimnis?) oder detaillierte Regelfragen (Wenn ich mit einem Dolch in der rechten Hand, einem Schwert ind er Linken mit dem Vorteil Balance auf einem Baumstamm stehen eine Leid singen soll, wie sehr macht sich der fehlende Wert zum Sprachmaximum bei Fremdsprachen als Modifikator auf die Singen Probe bemerkbar?).

    Ich habe vor allem Panik, da ich im Hintergrund nicht alle Epochen parat habe. Ich bin zwar beim aktuellem Metaplot ganz firm, jedoch habe ich bisher die Rohalszeit und die mittelreichische Adelsgesellschaft (besonders das Briefspiel) in den Jahren 1023-1027 etwas vernachlässigt. Werden wohl solche älteren Bereiche Teil der Evaluierung sein?

    Wenn jemand passende Vorbereitungsstrategien empfehlen kann, werden die gerne angenommen.

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