Erklärung der aufgelösten Redaktion

Die aufgelöste DSA-Redaktion hat geschlossen ein Statement zur momentanen Situation (Nandurion berichtete) verfasst, das auf einschlägigen DSA-Internetplattformen verbreitet wird.

Ulisses löst die DSA-Redaktion auf

Am Freitag [Donnerstag, Anm. d. Autors] den 31. März 2011 hat der Ulisses-Verlag offiziell die Zusammenarbeit mit der Redaktion des Schwarzen Auges beendet. In der Woche zuvor hat der Verlag bereits vier von fünf fest angestellten Kernredakteuren entlassen.

Die DSA-Redaktion, die die Geschicke des erfolgreichsten deutschen Rollenspiels seit 1995 im inzwischen dritten Verlag gelenkt hat, war für inhaltliche Qualität, Kontinuität der Spielwelt und Vorausplanung von Kampagnen-Projekten, Vernetzung und Bündelung laufender Projekte zwischen verschiedenen Medien und unterschiedlichen Lizenznehmern, Kontakt zur Community, Metaplot-Entwicklung sowie die Sichtung von eingereichten Exposés und die Umsetzung von Kernprodukten zuständig.

Die Zusammensetzung der Redaktion hat sich oft gewandelt, zuletzt bestand sie aus Lena Falkenhagen, Thomas Finn, Patric Götz, Christian Gosse*, Heike Kamaris, Ulrich Kneiphof, Stefan Küppers, Uli Lindner, Britta Neigel, Jörg Raddatz, Lars Reißig, Daniel Simon Richter*, Thomas Römer, Stefan Unteregger und Anton Weste. Vergangene Mitglieder umfassen unter anderem Bernhard Hennen und Karl-Heinz Witzko.

Die Auflösung der DSA-Redaktion stellt die größte Zäsur in der Existenz des Rollenspiels seit dem Tod des Erfinders und Chefredakteurs Ulrich Kiesow dar. Die scheidenden Redakteure, von denen der Großteil ihre Positionen stets ehrenamtlich ausgeführt haben, bedauern diesen Schritt des Ulisses-Verlages.

Die DSA-Redaktion bedankt sich bei den Fans des Schwarzen Auges für ihre Treue sowie bei allen Mitarbeitern und Autoren der vergangenen Jahre für die intensive und gute Zusammenarbeit.

Dem Schwarzen Auge wünschen die Redakteure alles Gute für die weitere Zukunft.

Nandurion dankt allen Redakteuren für ihre Leistungen und ihr Herzblut, mit dem sie unser geliebtes Aventurien aufgebaut und gestaltet haben. Wir wünschen den Redakteuren viel Erfolg für ihre weiteren Projekte und neuen Ziele.

* Inzwischen wurde bekannt, dass die Erklärung nicht im Namen von Daniel Simon Richter verfasst wurde, so Uli Lindner im DSA4-Forum. Weiterhin auch nicht im Namen von Chris Gosse (s. Kommentare).

Quellen: DSA4-Forum, Ulisses-Forum, Vinsalt-Forum

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Über Feyamius

Mein Name ist Daniel und ich spiele seit 1995 DSA, etwa seit dem Umstieg auf DSA4 größtenteils als Meister. Ich bin seit Herbst 2010 ein Nandurion-Blogger und Ansprechpartner für Simias Werkbank.
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22 Kommentare zu Erklärung der aufgelösten Redaktion

  1. Marius sagt:

    Bis wann hat sich Ulisses nochmal die dsa-Lizenz gesichert?

  2. Hullheimer sagt:

    Und warum genau hat Ulisses die Redax nun aufgelöst?

  3. Favoral sagt:

    Zum Abschluss hat das sichtbar müde und gedemütigte Redaktions-Kommitee es also doch noch geschafft, sich förmlich von den Plätzen zu erheben und wenigstens irgendwas öffentliches zu ihrer beispiellosen Auflösung verlesen zu lassen. Leider hat die aufständische Energie nur noch zu einer Pressemitteilung im Ulisses-Stil gereicht: „Bedauern“, „Bedanken“ und „alles Gute für die Zukunft“.

    Auch wenn mich schon das Ausschweigen der angeblich so um DSA bemühten Redaktion im letzten Sommer irritiert hat (und auch jetzt in keinem Wort darauf eingegangen wird), zeigt doch diese letzte Note im DSA-Requiem, dass es schon lange niemanden mehr gibt, der sich für die hier hochgehaltenen Ideale wirklich einsetzen würde. Das Schlachtvieh erduldet seinen Abtransport.

    Ich denke, kaum einer wird seine Privatprojekte und Spielwiesen drangeben. Jedenfalls wird man wenig schlau, ob man nun nach diesem formellen Protest weiter im Ulisses-System dienlich sein will oder nicht.

  4. Olaf sagt:

    Da fragt man sich, ob sich nun alle ehemaligen Redax-Mitglieder wieder lieb haben – z.B. Mark W. etc.

  5. Favoral sagt:

    Da Mark und auch die anderen Gegangenen in keiner Weise erwähnt werden (statt dessen beruft man sich auf Kiesow, Hennen und Witzko), glaube ich an keine Aussöhnung der Ehemaligen. Wer würde sich auch jetzt die Blöße geben, vor einem halben Jahr einen Fehler begangen zu haben, als man noch für Ulisses die Fahnen schwenkte? Uli Lindner hat doch sogar nochmal bekräftigt, dass er den Rauswurf von Mark auch heute noch für richtig hält. *kopfschüttel*

    Aber immerhin ist jetzt klar, dass wirklich alle vier entlassen wurden. Gerade bei Patric Götz wurde ja immer besonders behauptet, er wäre ganz aus persönlichen Gründen wegen seinem Verlag gegangen. Man kann nun also bei allen vieren definitiv nicht mehr von einer Freiwilligkeit ausgehen. Das war also wie schon bei Uli Lindners Magisterarbeit bewusste Täuschung seitens Ulisses, um die Rauswürfe schönzureden.

    • Lars sagt:

      @Favoral
      Mh, bitte nicht überinterpretieren (auch wenn die Aufzählung dazu einladen mag, sorry dafür): Karli Witzko und Bernhard Hennen sind hier wirklich nur als zwei herausgegriffene Beispiele zu verstehen, zudem zwei, die auch über den DSA-Kontext hinaus als Schriftsteller bekannt sind. Hadmar von Wieser hätte gerade unter diesem Gesichtspunkt hier ebenfalls noch gut in die Reihe gepasst, und darüber hinaus natürlich jede(r) einzelne aus dieser Liste hier: http://www.wiki-aventurica.de/index.php/Redaktion#DSA-Redaktion
      Alle (!) Redaktionsmitglieder haben sich mit sehr viel Herzblut für DSA eingesetzt und dafür auf jeden Fall Dank und Anerkennung verdient.
      Was mich betrifft, habe ich den das Statement beschließenden Dank an *alle* Mitarbeiter (die ja explizit ergänzend zu den weiteren Autoren genannt werden, denen man ebenfalls dankt) in jedem Fall höher bewertet als die beispielhafte und nur vermeintlich exklusive Auflistung von zweien. Und ich denke, das sieht bei den Kolleginnen und Kollegen nicht anders aus :o)

      Beste Grüße,
      Lars Reißig

      • xyxyx sagt:

        Aber, aber— der gute Hadmar Wieser war doch nie Redakteuer. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

        „Ich habe mich bisweilen als Gott, Guru und Alveraniar bezeichnet – aber nie als Redakteur.“

      • Favoral sagt:

        @Lars: War Hennen überhaupt jemals in der DSA-Redaktion? Ich glaube, auf dieser Alte-Säcke-Runde damals auf dem RatCon hatte er gesagt, dass er nie in der Redaktion war, weil es die zu seiner Zeit noch gar nicht gab…

        Für mich ist es ein Unterschied, ob man in einem Allgemeinplatz mal eben „allen Fans“ und „allen Autoren und Redakteuren“ dankt, oder ob man unterschwellig zwar das Verhalten von Ulisses kritisiert und versucht (leider vergeblich), doch wieder zu einer eigenen Stimme zu gelangen…

        …und dann dabei den offensichtlichen Zusammenhang zu den mit starken Stimmen vormulierten Kritiken, Analysen und Statements der Gegangenen des letzten Sommers dennoch komplett ausblendet, als hätte das nichts mit den aktuellen Geschehnissen zu tun.

        Angesichts der gigantischen Zäsur, wie sie nicht nur von uns ratlosen Fans wahrgenommen wird, sondern wie ihr sie ja selbst nun formuliert, drückt sich ausgerechnet die DSA-Redaktion vor jeglicher Analyse, Aussage oder klarer Stellungnahme. Dabei wüsstet ihr doch noch am ehesten, was diese Umbrüche für DSA bedeuten, und haltet eure eigenen Ideale sogar noch einmal demonstrativ in wohlfeilen Worten in die Höhe.

        Statt dessen geht ihr als leise spielende Kapelle in den eisigen Fluten der „Umstrukturierung“ unter. Und setzt sogar noch ein, wenn auch vage erkannbar zähneknirschendes, Lächeln auf.

        Ein solches öffentliches Statement wäre eure Chance gewesen, klar zu sagen, was man von dem Verlag und seinen Methoden hält. Ihr seid die DSA-Redaktion, die bis vor kurzem wichtigsten Macher des Systems, und eine Woche nach eurer unfreiwilligen Auflösung wisst ihr eure Ansicht in nichts weiter zu gießen als eine Pressemitteilung im Ulisses-Stil.

        Da ihr euch das lange überlegt haben werdet, erhoffe ich mir auch nichts mehr. Aber deshalb glaube ich eben auch, dass es eine Aussöhnung unter den damals und den heute Gegangenen wohl kaum geben wird. Die einen sprachen mit starker Stimme, erhielten dafür auch Gegenwind. Ihr hüllt euch eben lieber in Schweigen.

        Ist nichts persönliches. Ich hoffe nur, du verstehst, weshalb ich glaube, dass sich keiner die Blöße geben würde, sich nun an die Seite von Mark & Co. zu stellen…

  6. Blinse sagt:

    Favoral hat mit beiden Kommentaren ABSOLUT Recht!

  7. cg sagt:

    Kurze Richtigstellung: An der Erklärung habe ich nicht mitgewirkt. Demzufolge spricht sie nicht in meinem Namen.

    Chris

  8. Favoral sagt:

    > Inzwischen wurde bekannt, dass die Erklärung nicht im Namen
    > von Daniel Simon Richter verfasst wurde, so Uli Linder im DSA4-Forum.
    > Weiterhin auch nicht im Name von Chris Gosse (s. Kommentare).

    Peinlich. Selbst im finalen Moment des Abgangs findet die DSA-Redaktion zu keiner gemeinsamen Stärke, um sich eindeutig gegenüber der Willkürherrschaft des Verlags zu positionieren. Da wird ein vielleicht gut gemeintes, aber nichtssagendes öffentlichliches Statement gemacht, das so aber zu einem stillen Maunzen verkommt. Und dass jetzt sofort einige Redakteure verkünden, ganz normal ihre Projekte weiterzumachen… als hätte man es geahnt…

    Frei nach den Ärzten „Heute steht ihr bei Ulisses an der Kasse, da ist keine Sehnsucht mehr in eurem Blick.“
    http://www.youtube.com/watch?v=Ea9sNk2o3dM
    Ich hätte lieber gesungen „Wir haben geträumt von einer besseren DSA-Welt. Wir haben sie uns so einfach vorgestellt…“

    • Mustafa ben Ali sagt:

      Kann es sein, dass Du gerade die damalige Kernredaktion
      (Thomas Römer, Chriss Gosse, Uli Lindner, Daniel-Simon Richter und Patric Götz) mit der erweiterten Redaktion ( Lena Falkenhagen, Tom Finn, Momo Evers, Anton Weste, Lars Reißig, Stefan Unteregger u. a.) verwechselst?

      Die Verlautbarung wurde nämlich von der erweiterten Redaktion verfasst.

      • Favoral sagt:

        Nö, nix verwechselt. Die Verlautbarung wurde auch im Namen von Patric Goetz und Thomas Roemer verfasst, jedenfalls wurde nichts dergleichen dementiert.

        Allein die blöde Unterscheidung zwischen Kernredaktion und „erweiterter“ Redaktion zeigt aber schön, wie vom Verlag Redakteure erster, zweiter und dritter Klasse gemacht wurden, die jetzt zu keiner starken Front mehr zusammengefunden haben.

        Deshab richtet sich mein Unverständnis auch gegen alle jüngst Geschassten: Sie lassen es sich halt gefallen und führen sogar noch Projekte für einen Verlag aus („stehen an Ulisses Kassen/Geldbeutel), der ziemlich das entgegengesetzte von dem aus DSA machen will, wofür die Gesamt-Redaktion einst stand. Dass hier die führendsten Aventurien-Macher der letzten zehn oder mehr Jahre einfach den Schwanz einziehen, finde ich schlicht betrüblich.

      • Favoral sagt:

        Ergänzung: Das Statement tragen ja sogar 3 ehemalige Kernredakteure mit: Uli Lindner, Patric Goetz, Thomas Roemer. Von den Geschassten hat sich eigentlich nur Chriss Gose distanziert.

  9. Das wird ein seeeeehr leerer Convention-Sommer…es fehlt einfach eine gewaltige Menge Leute, die das Hobby mit Fleisch und ihren ganz eigenen Ideen gefüllt haben. 🙁

    RIP DSA-Redaktion

  10. Peter sagt:

    Die „Redaktion“ hat sich zwischen Position und Inhalt entscheiden müssen … und Inhalt gewählt. Für die Fans sicher nicht die schlechteste Wahl: So bleiben viele auch weiterhin im aktiven Dienst und schreiben weiterhin an Abenteuern und Spielhilfen mit.

    • Robar sagt:

      Auch genannt: Der Weg des Wiesels.

      Ich finde, wenn sich „die Kruste“ 😉 schon nicht darauf einigen kann, ob sie den Laden hinschmeißt, oder ob sie fleißig weiterdienert, dann sollten sie besser kein „gemeinsames Statement“ veröffentlichen. So ist das doch ne ziemliche Luftnummer, die eher die Kraflosigkeit der Bande zeigt. Meister Truant tut offenbar Recht daran, die Damen und Herren zu behandeln wie Fliegen.

      Eigentlich finde ich es am schrägsten, dass Leute wie LR und SU (wenn ich die Nicks im Ulisses-Forum korrekt dechiffriert habe) eilfertig versichern, sie würden ja noch ach so präsent sein und alle ihre Projekte weiterabklappern. Das bricht den Alten, die sich deshalb offensichtlich ungerecht behandeln lassen müssen, letztlich das Genick.

      Mir gefällt das gar nicht.

      • Fieser Meister sagt:

        „Eigentlich finde ich es am schrägsten, dass Leute wie LR und SU (wenn ich die Nicks im Ulisses-Forum korrekt dechiffriert habe) eilfertig versichern, sie würden ja noch ach so präsent sein und alle ihre Projekte weiterabklappern. „

        Das verstehe ich nicht. Wieso sollen die nicht auf Nachfrage gegenüber den Spielern sagen, daß sie weiterhin für begonnene und/oder angekündigte Projekte da sein wollen, was offenbar vielen Leuten wichtig ist?

        „Meister Truant tut offenbar Recht daran, die Damen und Herren zu behandeln wie Fliegen.“

        Soso…

        • Robar sagt:

          >Das verstehe ich nicht. Wieso sollen die nicht auf Nachfrage gegenüber den Spielern sagen, daß sie >weiterhin für begonnene und/oder angekündigte Projekte da sein wollen, was offenbar vielen Leuten >wichtig ist

          Weil sie dadurch die alten Autoren brutal unterlaufen. Denn _eigentlich_ müssten die geschassten sagen: „Wer uns, die wir für den Erfolg von DSA überhaupt verantwortlich sind, wie unnütze Kruste behandelt und offen und unverschämt demütigt, der kann uns mal gern haben“. Aber Leute wie SU und LR (die nur als Beispiel genannt) unterlaufen das durch ihr Verhalten. Und jetzt sind alle die Angeschmierten.

          Und scheinbar hat Truant das schon vorausgesehen und sich entsprechend nicht drum geschert.

          Teile und herrsche klappt allerdings nur, wenn es Leute gibt, die die Aufteilerei mitmachen. Die sind dann die eigentlichen Schuldigen am ganzen Drama in meinen Augen.

          • Branibor sagt:

            Ich halte deine Schlussfolgerungen (Denn _eigentlich_ müssten die geschassten sagen:…) nicht für unbedingt zwingend.

            Zum einen mag es da Absprachen über die einzelnen Beiträge geben, die als verbindlich gesehen werden. Rechtlich gesehen, meine ich. Das wäre dann ein ganz weites Feld
            Zum anderen mag der Wunsch überwiegen, auch weiterhin (sozusagen im neuen Rahmen) die lebendige Geschichte mitzugestalten.
            Und es mag auch vielleicht der Wunsch vorhanden sein, begonnene Projekte zu einem möglichst guten Abschluss zu bringen.

            Du hast IMHO recht, wenn du die Machtlosigkeit der erweiterten Redaktion gegenüber dem Verlag beschreibst, der den Rahmen vorgibt.

            Die Schuldzuweisung frei nach dem Motto ‚Ihr könnt nichts ausrichten, also seid ihr Schuld‘ finde ich (vorsichtig gesagt) abstrus.

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