Interview mit Mike Krzywik-Groß

Mit Riva Mortis ist im April der 130. Roman aus der Welt des Schwarzen Auges erschienen. Wir haben mit Mike Krzywik-Groß gesprochen, um seiner Leidenschaft für DSA und das geschriebene Wort auf den Grund zu gehen.

Nandurion: Wie hat es sich angefühlt das erste Exemplar deines ersten, selbst geschriebenen Buches in der Hand zu halten?

Mike Krzywik-Groß: Viel spannender als der eigentliche Augenblick waren die Tage zuvor. Das kaum noch auszuhaltende Warten auf DEN einen Moment, auf welchen man so lange hingearbeitet hatte. Schließlich träumte ich ja schon lange vor Riva Mortis davon, einmal einen Roman zu schreiben. Eine meiner großen Charakterschwächen ist, dass ich unheimlich schlecht mit dem Zustand des Wartens umgehen kann. Bei jedem Klingeln der Türglocke hoffte ich auf den Paketboten, jede Email im Postfach hätte eine Versandbestätigung sein können – jaja, das große Kribbeln! Und wenn ich etwas beim Schreiben eines Buches gelernt habe ist es, dass man Geduld haben muss. Als dann der eigentliche Karton vor mir stand, war ich eher lethargisch als euphorisch. So ging die Erhabenheit des Augenblicks zwar flöten, traumhaft schön war es aber trotzdem.

Nandurion: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und warum wurde es schließlich ein Roman für Das Schwarze Auge?

Mike Krzywik-Groß: Aus reiner Frustration! Oh, ich glaube, ein anderer Autor hatte eine ähnliche Frage mit dem gleichen Satz beantwortet. 🙂 Da muss ich diesen Umstand wohl etwas genauer erläutern. Der eine oder andere Leser dieses Interviews wird die Entwicklung einer älter werdenden Spielrunde kennen, wenn alle Spielerinnen und Spieler nach und nach ihr Studium beenden und sich quer über das Land verteilen und es einem haffaxschen Masterplan gleich kommt, sich für ein Rollenspielwochenende zu verabreden. Aus dieser Not heraus wurde die Vorbereitung auf das nächste Abenteuer / den nächsten Charakter immer akribischer und die Hintergrundgeschichten immer länger. Irgendwann reichte mir auch das nicht mehr und ich fing an für mich zu schreiben. Was dort im stillen Kämmerlein geschrieben wurde, ruht noch immer in der Schublade, denn auf der letztjährigen NordCon traf ich auf Werner Fuchs und wir kamen ins Gespräch. Als ich an diesem Abend im Zug in Richtung Lüneburg saß, schwirrte mir der Kopf von Werners Anregung, ihm doch mal ein Exposé für einen DSA-Roman zu schicken. Ich hatte gar nicht daran gedacht einmal für mein liebgewonnenes Rollenspiel zu schreiben. Ein Exposé und eine Schriftprobe später ging es dann mit großem Elan an die Arbeit zu Riva Mortis.

Nandurion: Auf welchem Weg bist du zum Rollenspiel und speziell zu DSA gestoßen? Bist du noch heute als Spieler oder Spielleiter aktiv?

Mike Krzywik-Groß: Ja, ich bin immer noch sowohl Spieler als auch Spielleiter. Auch wenn es, wie in der vorherigen Antwort beschrieben, recht selten zu Spielabenden mit meiner Gruppe kommt. Jedoch bedeutet mir das Rollenspiel im Besonderen und die Phantastik im Allgemeinen sehr viel und nimmt einen großen Raum in meinem Leben ein. Ohne die regelmäßige Portion Realitätsflucht würde wohl mein emotionales Gleichgewicht in Richtung der niederhöllischen Seelenmühle abdriften. 🙂

Zum Rollenspiel bin ich durch ein mysteriöses Weihnachtsgeschenk gekommen, welches ich von meinen Eltern erhalten hatte. Auf der Pappbox stand in großen Buchstaben Das Schwarze Auge – Abenteuer Basis-Spiel. Mit leuchtenden Kinderaugen öffnete ich die Schachtel und kurz danach wurde Silvana befreit und unzählige Abenteuer schlossen sich der ersten Heldentat an. In den folgenden Jahren (herrje, ich kann sogar schon von Jahrzehnten sprechen!) gab es diverse Ausflüge zu anderen Systemen, wie zum Beispiel Shadowrun und Midgard. Oder kennt noch jemand Ruf des Warlock? Aber der Weg zum Schwarzen Auge war immer ein leichter und von mir gern beschrittener, so das er mich häufig „nach Hause“, nach Aventurien, führte.

Nandurion: Was war dein erster Held? Und warum ist deine Wahl gerade auf ihn gefallen?

Mike Krzywik-Groß: Puh, dass ist eine schwere Frage! Da muss ich ganz schön tief graben. Der erste Held, an den ich mich noch erinnern kann, war ein waschechter Vertreter seiner Zunft. Er hörte auf den innovativen Namen Aragon und war ein Krieger, mehrfacher Basiliskentöter, Riesenlindwurmverspeiser (Ihgitt, Anmerkung der Red.), Flugdrachenreiter und hatte zuletzt ein magisches Schwert mit 1W+20 Schaden. Jaja, vielleicht sollte man Kindern doch die Rollenspiele untersagen. 😉 Wieso meine Wahl auf einen Krieger fiel? Ich glaube, ich fand die Zeichnungen der Waffen im Basis-Buch einfach so cool (schicker wurden sie nie!), dass es nichts anderes werden konnte außer einem Kämpfer. Vielleicht hatte es auch etwas mit einem gewissen Aragorn zu tun, den ich kurz zuvor in Ralph Bakshis Verfilmung von Der Herr der Ringe gesehen hatte. Ich glaube, mein zweiter Charakter war ein Zauberer, der auf den Namen Gandalf hörte . . .

Nandurion: Liest du selbst gerne? Welche Bücher haben deine Vorstellung von Phantastik besonders geprägt?

Mike Krzywik-Groß: Ja, ich lese sehr gerne und bin literarisch tief mit der Phantastik verwurzelt. Ohne ein entsprechendes Fantasy-Buch auf meinem Nachttisch könnte ich nicht einschlafen. Jedoch bin ich ein ausgesprochener langsamer Leser, so dass sich meist ganze Türme ungelesener Bücher neben meinem Bett stapeln. Geprägt wurde ich wohl am meisten von den Büchern, welche ich in meiner Jugend gelesen habe. Beginnend mit Michael Endes Die Unendliche Geschichte, über Die Chronik der Drachenlanze, Die Saga vom Dunkelelfen und Das Rad der Zeit bis zu den Werken des englischen Autors David Gemmel. Seine dreckige Variation der Fantasy, mit miesen-fiesen Helden und sympathischen Schurken, hatte meinen Begriff von Phantastik stark erschüttert und ungleich geprägt. Das erste Mal wusste ich nicht, ob ich mit dem Helden oder dem Schurken mitfiebern sollte. Gemmel schaffte es wie kein Zweiter, Gier und Egoismen mit Heldentaten und verdrehtem Mitgefühl in einer einzigen Figur zu vereinen. Das hat meine Wahrnehmung sehr beeinflusst und geprägt. Noch heute greife ich mir gerne einen alten Band von David Gemmel aus dem Regal und schmökere etwas darin.

Nandurion: Würdest du bestimmte Autoren oder andere Kunstschaffende als deine Vorbilder bezeichnen?

Mike Krzywik-Groß: Nein, ich halte nicht soviel von Vorbildern und entstamme eher der Kill your Idols!-Generation. Aber natürlich gibt es Künstler, die ich schätze oder deren Wirken mich nachhaltig beeinflusst hat. Jedoch bewundere ich stets nur ihre Kunst und ihr Wirken, da ich keine Ahnung habe, welcher menschliche Charakter sich hinter dem jeweiligen Künstler verbirgt. Ich finde, die Großen ihres jeweiligen Genres haben uns gelehrt, vorsichtig damit zu sein, wen man auf ein Podest hebt. So war ein H. P. Lovecraft sicherlich ein genialer Schriftsteller, aber eben auch ein Rassist und Antisemit. Und auch mit einem Ernest Hemingway wäre ich wohl kaum einen Whiskey trinken gegangen. Der bereits genannte David Gemmel gehört sicherlich zu den Autoren, die ich über die Maße schätze. Es existiert ja die Legende, dass in England immer mehr Neonazis und Faschisten zu den Werken Gemmels gegriffen hatten, da sie von seiner Heroic-Fantasy begeistert waren. Als dem Autor dies zu Ohren kam, schrieb er prompt einen homosexuellen Charakter in sein nächstes Buch, um dieser ungewollten Leserschaft einmal mächtig vor den Kopf zu schlagen. Dies hat für mich absoluten Vorbildcharakter – herrlich! Aber es war eben nur eine vorbildliche Tat und kein Vorbild als solches. Darüber hinaus schätze ich Künstler aus ganz verschiedenen Metiers. Da ich ein leidenschaftlicher Cineast bin bewundere ich zum Beispiel sehr die Filmemacher Jim Jarmusch, Tim Burton oder Lasse Hallström, Darsteller(innen) wie Judi Dench, Helena Bonham Carter, Christopher Walken oder Gary Oldman begeistern mich mit ihrer Form der Kunst. Aber auch Musiker wie Trent Reznor oder Andrew Eldrich haben ihre Spuren bei mir hinterlassen.

Nandurion: Der Autor Mike Krzywik-Groß bei der Arbeit – wie dürfen wir uns das vorstellen?

Mike Krzywik-Groß: Total unterschiedlich. Da ich ja voll berufstätig und nur nebenbei Autor bin, sind meine Zeitfenster zum Schreiben sehr schwankend. Da wechseln sich Phasen von hilflosem Herumgetippe, hektischem Notieren von Gedanken und fanatische Sitzungen an meinem Computer von unzähligen Stunden Länge ab. Aber was tatsächlich omnipräsent ist, ist das gedankliche Herumbasteln an Geschichten. Man glaubt gar nicht, wie produktiv eine Autofahrt zur Arbeit sein kann, wenn man in seinem Kopf mit diversen Charakteren jonglieren kann.

Nandurion: Was brauchst du in deiner Nähe, um dich beim Schreiben wohlzufühlen?

Mike Krzywik-Groß: Eine gewisse Form von Einsamkeit. Es gelingt mir meist nicht etwas Sinnvolles zu Papier zu bringen, wenn ich durch Andere gestört werde. Wenn ich gerade dabei bin zu schreiben, ignoriere ich auch gerne mal die Türklingel oder das Telefon. Da brauche ich wirklich viel Ruhe. Paradoxerweise kann ich aber auch sehr gut in Cafés schreiben. Dort ersetzt die Anonymität wohl die gesuchte Einsamkeit. Ich muss leider zugeben, dass ein Beutel Tabak unersetzlich beim Schreiben ist. Auch der eine oder andere Kaffee hat mich bereits über die nächsten fünf Seiten gerettet. Aber bevor dies noch zu einem Werbetext für suchterregende Stoffe wird, wechsel ich lieber zur Musik. Die ist tatsächlich sehr wichtig für mich. Wobei deutschsprachige Lieder mich zu sehr ablenken, die müssen dann leider übersprungen werden. Meist laufen dann eher instrumentale Stücke von Nine Inch Nails, mittelalterlich geprägte Musik und vor allem Soundtracks. Auf meinem Computer befindet sich ein Programm, mit dem man auf Internetradiosender zugreifen kann. Dort läuft dann meist der niederländische Sender AVRO-Film – kann ich nur wärmstens empfehlen.

Nandurion: Warum hast du gerade Riva als Schauplatz für die Handlung deines Romans gewählt? Gibt es da einen Zusammenhang zum Computerspiel Schatten über Riva? Oder war vielleicht sogar die Spielhilfe Patrizier und Diebesbanden mit verantwortlich?

Mike Krzywik-Groß: Die Wahl des passenden Schauplatzes war anfangs ein unglaublich schwieriges Unterfangen. Ich liebe Aventurien und zähle gleich eine ganze Reihe von Regionen zu meinen Favoriten. Um zumindest eine Vorauswahl treffen zu können, schaute ich mir an, wo die vergangenen DSA-Romane spielten, um keine vermeidbare Dopplung zu erwirken. Wirklich ausschlaggebend war dann, wie Du schon vermutet hattest, die Spielhilfe Patrizier und Diebesbanden. Es war einfach herrlich, mit welchem Fingerspitzengefühl Riva dort gezeichnet wurde. Schon beim ersten Lesen hatte ich sofort eine Vielzahl Bilder im Kopf. Ob es nun die rivanischen Stufengiebel waren, welchen denen vor meiner Haustür sehr ähneln oder aber die teils recht verruchten Charaktere, welche die Stadt bevölkerten. Die sehr ausführlichen Beschreibungen taten dann ihr übriges, so dass mir die Entscheidung letztendlich doch noch einmal leicht gemacht wurde. Außerdem glaubte ich, ein paar cineastische Vorlagen einzelner Charaktere aus Riva wiederzuerkennen, die ich sehr mag, so dass die letzten Zweifel sich schnell in Wohlgefallen auflösten. Vielleicht kann ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass Patrizier und Diebesbanden für mich zu den besten Spielhilfen des Schwarzen Auges zählt und ich hoffe sehr, dass das Konzept zeitnah fortgesetzt wird. Schatten über Riva hatte tatsächlich keinerlei Einfluss auf die Wahl des Ortes. Zwar habe ich das Computerspiel einst gespielt, es ist mir allerdings nicht so nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Wohingegen ich im Nachhinein im Rahmen der Lesungen zu Riva Mortis festgestellt habe, dass es eine große Anzahl DSA-Spieler gibt, die durch Schatten über Riva zum Rollenspiel gekommen sind. Somit hege ich ein wenig die Hoffnung, dem einen oder der anderen eine kleine Freude mit dem Roman bereiten zu können und ein Wiedersehen mit einer alten Wirkungsstätte ermögliche.

Nandurion: Wie genau hast du die Geschichte für Riva Mortis entwickelt? Bist du von den Figuren ausgegangen oder hast du dir zuerst einzelne Plotelemente ausgedacht?

Mike Krzywik-Groß: Hmm, dass kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Ich habe den Eindruck, dass sich beides recht gleichberechtigt und parallel entwickelt hat. Zuerst stand allerdings der Schauplatz Riva fest. Der Rest ergab sich eher Hand in Hand. Bei der Entwicklung des Exposés und einer Kapitelübersicht fügten sich die einzelnen Teile gut ineinander.

Nandurion: Du hast mit der horasischen Altertumsforscherin Ancalita Balliguri und dem maraskanischen Magier Madajin zwei sehr ungewöhnliche Hauptprotagonisten für Riva Mortis gewählt, die wenig mit klassischen Helden gemein haben. Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Mike Krzywik-Groß: Die beiden „Helden“ sind tatsächlich ein Produkt im Sinne der Geschichte. Mir war es wichtig, dass eigentlich eher schwere Thema innerhalb Riva Mortis, das Seelenheil und der Verlust des selbigen, mit einer großen Portion Leichtigkeit anzugehen. Um ebendiese Leichtigkeit zu transportieren dienen die mehr oder wenig verschrobenen Rollen von Ancalita und Madajin. Sie sind nicht die klassischen Helden mit Flügelhelm und Feuerball. Sie kämpfen nicht für ein höheres Ziel oder ihren Glauben oder so etwas. Sie sind zwei eigenständige Personen, welche durch zu viel Neugier und Abenteuerlust auf der Basis einer persönlichen kleinen Lebenskrise in Dinge verwickelt werden, die ihre Fähigkeiten generell weit übersteigen. Ich mag es sehr, wenn Protagonisten eben nicht nur aus Tapferkeit, scharfem Verstand und überwältigendem Charisma bestehen. Die „Helden“ dürfen Fehler haben. Sie dürfen körperliche Schwäche besitzen, Ängste zeigen oder zwischenmenschliche Defizite aufweisen. Dann werden gute Figuren zu sehr guten Figuren. Ob Madajin und Ancalita nun gut gezeichnete Charaktere sind, mag die geneigte Leserschaft entscheiden. Mir sind sie zumindest sehr ans Herz gewachsen, gerade weil sie dem klassischen Heldentypus nicht entsprechen.

Nandurion: Deine Geschichte ist nicht nur spannend, auch der Humor spielt eine wichtige Rolle. Ist das die Mischung, die deiner Meinung nach eine gute Geschichte ausmacht?

Mike Krzywik-Groß: Nein. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme und ihre eigene Stimmung. Das kann, wie bei Riva Mortis, aus skurrilen und auch humoristischen Elementen bestehen, andere  sehr gute Erzählungen verzichten völlig auf ein kleines Schmunzeln. Ich mag auch Bücher, welche fast ausschließlich aus Pathos und Düsternis bestehen. Ein gutes Beispiel für das Funktionieren von Geschichten ohne Humor  sind Werke aus der Film-Noir-Reihe, die ihre Energie aus ganz anderen Emotionen heraus entwickeln. Allerdings liegt mir das Skurrile tatsächlich sehr und ich mag es, Stimmung damit zu verändern. Ein grausamer Mord in einer grausamen Welt hat lange noch nicht die Kraft wie ein grausamer Mord in einer heiteren Welt. Der Bruch zwischen den Stimmungen geht tiefer, das Erschrecken des Lesers über die Tat erhält mehr Kontrast. Ich werde sicherlich noch humoristisch-skurrile Geschichten schreiben, mich allerdings nicht darauf festlegen wollen.

Nandurion: War es für dich bereichernd, deine Geschichte in einer derart detailliert beschriebenen Welt wie Aventurien anzusiedeln oder hättest du dir hier und da etwas mehr Freiheit gewünscht? Wie aufwändig waren deine Recherchen?

Mike Krzywik-Groß: Es war total bereichernd! Wie ich oben schon geschrieben hatte, kam mir die enge Beschreibung Rivas aus Patrizier und Diebesbanden sehr entgegen. Ich musste das Rad nicht neu erfinden, sondern es gab bereits viele schlaue Menschen, die das Feld für Riva Mortis großartig bestellt hatten. Dies ist die absolute Stärke der Welt des Schwarzen Auges. Man kann auf eine erprobte, sich entwickelte Gesellschaft zurückgreifen, mit eigener Historie und Kulturen. Es hat gewaltigen Spaß gemacht die unzähligen Quellenbücher und Regionalbeschreibungen zur umfangreichen Recherche zu verwenden. Wenn ich beim Schreiben mehr Wert auf künstlerische Freiheit legen wollte, würde ich mir ein anderes Setting suchen, weit weg von Aventurien. Die große Stärke der DSA-Romane ist doch gerade das Zusammenwachsen mit der Rollenspielwelt, die sie erzählerisch bereichern und sanft erweitern.

Nandurion: Was planst du als nächstes? Dürfen wir auf weitere (DSA-)Romane aus deiner Feder hoffen?

Mike Krzywik-Groß: Also erstmal muss ich festhalten, dass ich (wie man so schön sagt) Blut geleckt habe. Ich stehe ja noch ganz am Anfang, dieses Handwerk zu beherrschen, bin also quasi ein Lehrling im Schreiben von Büchern. Somit plane ich zuvorderst, mich weiterzuentwickeln und daran zu arbeiten, besser zu werden. Ich hatte jetzt eine längere Phase mit Lesungen zu Riva Mortis und ja, sogar die Freude, Interviews wie dieses zu geben. Die Zeit nähert sich gerade ihrem Ende, so dass ich nun langsam aber sicher in den Vorbereitungen auf ein neues Projekt stecke. Aventurien schätze ich seit so vielen Jahren, weshalb es mir eine besondere Freude und Ehre ist, ein zweites Mal grünes Licht seitens des Verlages bekommen zu haben. Zuviel möchte ich noch nicht über das kommende Buch verraten. Vielleicht nur soviel: Wer Riva Mortis mag, wird auch den nächsten Roman mögen, da er sich im atmosphärischen Fahrwasser meines ersten Buches bewegen wird. Natürlich mit einem anderen Setting und einer neuen Geschichte. 2012 sage ich dann mehr dazu.

Nandurion: Zum Abschluss noch ein paar kurze Entweder-Oder-Fragen: Urlaub auf den Zyklopeninseln oder Maraskan?

Mike Krzywik-Groß: Preiset die Schönheit! Eigentlich müsste ich jetzt voller Inbrunst „Maraskan“ rufen, doch da ich recht phobisch auf Schlangen reagiere, rechne ich mir auf den Zyklopeninseln mehr Überlebenschancen aus. Dementsprechend: Zyklopeninseln.

Nandurion: Praios oder Phex?

Mike Krzywik-Groß: Endlich mal eine kurze Antwort von mir: Phex!

Nandurion: Am Spieltisch: Regeltreue oder Geschichte?

Mike Krzywik-Groß: Oh, ich mag Regeln sehr gerne und halte sie für absolut sinnhaft. Manchmal entpuppe ich mich am Spieltisch als derjenige der sagt: „Lass uns doch mal auf Seite 254 nachschlagen, da steht das nämlich ganz anders.“ Aber generell geht die Geschichte und deren Dynamik vor, schließlich ist der Kern des Rollenspiels doch das Erzählen und Spielen von Geschichten. Deshalb ein klares Voting für Geschichte.

Nandurion: Vielen lieben Dank für das ausführliche Interview, Mike.

Mike Krzywik-Groß: Ich möchte mich für die hervorragenden Fragen bedanken und vor allem für die Geduld und Muße des Lesers, der es tatsächlich geschafft hat, dieses lange Interview bis zum Schluss zu lesen. Wenn ihr noch mehr über Riva Mortis oder mich erfahren wollt, besucht mich doch einfach mal auf www.krzywikgross.de oder schreibt mir eine Email. Ich freue mich sehr darüber!

Das Interview führte Eevie.

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