DreieichCon 2012: Workshopbericht zum Hexenband

„Eine Con ohne Workshopberichte bei Nandurion? Das geht doch nicht!“, dachten wir uns. Einen allgemeinen Einblick in das Treiben auf dem Rollenspielertreffen hat euch Isaria ja schon geliefert und dabei ihre Eindrücke aus manchen Workshops geschildert. Doch Berichte, die sich wie in der Vergangenheit speziell auf die neuen Infos stürzen, fehlten bislang aufgrund niedriger Nanduriatendichte in Dreieich dieses Jahr. Dank André Wiesler, der die meisten Workshops gefilmt hatte und uns freundlicherweise den Zugang zu diesen Videos gewährt hat, können wir nun aber nachlegen und so tun, als seien wir live dabei gewesen. Alle Videos werden wir nicht sichten und zusammenfassen können, aber bei W3+1 Stück bin ich mir sicher, dass wir das hinbekommen.

Den Anfang macht nun der Hexenband, den Nicole Euler und Alex Spohr dem interessierten Publikum vorgestellt haben und sich gleichzeitig durch dessen Fragen und Anregungen inspirieren ließen.

Der Band

Ursprünglich war wohl ein dünneres Buch geplant, jetzt soll es aber ein regulärer blauer Quellenband von etwa 160 Seiten Umfang (steht noch nicht genau fest) werden.

Aus den verschiedenen Zaubertraditionen wurden gerade die Hexen deshalb ausgewählt, einen eigenen Band zu bekommen, weil sie viel gespielt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die anderen Traditionen (Druiden etc.) irgendwann ähnliche Bände erhalten.

Inhalt allgemein

Es soll nicht zu viel Neues gesetzt, sondern Bestehendes fürs Spiel aufbereitet werden („wie funktioniert der Jähzorn, ohne dass man gleich vom nächsten Praioten verbrannt wird?“). So sollen immer spielrelevante Fragen in einem Hintergrundtext erläutert werden plus in einem kleinen Regelkasten die Regelmechanik nochmal dazu gegeben werden, damit man alles auf einen Blick hat. Dies wurde am Beispiel des Problems „Erdgebundenheit versus Fliegen“ verdeutlicht: Neben dem Kasten mit der Regeltechnik zum Repräsentationsnachteil Erdgebundenheit gibt es eine Erklärung, die solche Fragen beantworten soll wie: „Wieso wollen Hexen überhaupt fliegen, wenn sie dabei nicht zaubern können?“ Solcherlei ‚Widersprüche‘ sollen entlarvt und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Sämtliche verstreuten Infos über Hexen sollen in dem Band enthalten sein, damit man als Hexenspielerin nur noch diesen Band (und den Liber Cantiones) braucht. Es wird also eine Art „Kompendium“.

Es soll eine Liste der Techniken von Zaubern in hexischer Repräsentation geben. Außerdem soll der Repräsentationsvorteil des Reinsteigerns mit Beispielen unterfüttert werden, damit man damit besser spielen kann. So sollen die Hexen mit möglichst wenig neuen Sonderregeln gestärkt werden, indem die schon existierenden Möglichkeiten aufgezeigt und zum Benutzen angeregt werden. Ähnliches gilt für das Prophezeien, zu dem es Überlegungen geben wird, wie dies ins Spiel eingebaut werden kann.

Inhalt speziell: Hexen und Welt

Die Lebenswelt von Hexen soll beleuchtet und auf Praxistauglichkeit überprüft werden. Wie ist deren Alltag? Wie ist die Sicht eines Dorfbewohners auf die Hexe? Wie sieht eine Hexe ihre Tochter? Was macht sie mit nicht magiebegabten Kindern? Haben Hexen eine Familie?

Was ist mit Hexern? Wie werden die angesehen? Gibt es eigeborene Hexer?

Hexen und Recht: Hexen und das weltliche Außenrecht, aber auch das Innenrecht von Hexen (Was passiert mit Verräterinnen? Wie sehen sie Dämonen beschwörende Hexen? etc.) soll behandelt werden.

Inhalt speziell: Schwesternschaften und Zirkel

Es wird grundlegend eine detaillierte Beschreibung der Schwesternschaften geben. Dabei wird beschrieben, welche Wesenszüge tendenziell bei Mitgliedern der einzelnen Schwesternschaften dominieren, und versucht somit die Gratwanderung zwischen der Beschreibung „typischer“ Mitglieder, ohne zu vergessen, dass die einzelnen Mitglieder höchst individuell sind.

Wichtiger für die „Organisation“ unter Hexen (die grundsätzlich sehr gering sein soll) als die Schwesternschaften sind die Zirkel, die ja auch gemeinsam ihre Hexenfeste feiern.

Inhalt speziell: Hexennächte

Diese sollen vom Klischee der wilden Sexorgie wegkommen. Trotzdem sollen sie so ins Spiel eingebunden werden können, ohne dass die Gruppe sich langweilt.

Auch der zeitliche Aspekt wird behandelt: Zum Einen die verschiedenen Termine von Hexennächten und deren Sinn, zum Anderen die zur Verfügung stehenden Zeiteinheiten während der Dauer der Hexennacht gegenüber dem Lernen neuer Zauber und Flüche während dieser Nacht, wofür eine Lösung gefunden werden möchte.

Inhalt speziell: Vertrautentiere

Vertrautentiere sollen regenseitig geändert werden. Passend zu anderen Tierregeln und so, dass die Proben sinnvoll abgehandelt werden. Auch sollen andere Tiere als die Standard-Vertrauten möglich sein. Eine Handvoll neue Vertrautenzauber sind angedacht, auch welche für spezielle Tierarten. Wenn die Regel designt wird, wird man Vertraute von Geoden, Goblinschamanen etc. dabei im Hinterkopf haben, damit es nicht nur für Hexen passt.

Auch sollen spezielle (Abenteuer-)Situationen aus Sicht diverser Vertrautentiere beschrieben werden, damit man sich als Spieler in die Erlebniswelt des Vertrauten einfühlen kann. À propos: Die Vertrautenbindung soll generell stärker thematisiert werden, so etwa auch, ob die Hexe spürt, wenn das Tier verletzt wird oder im Sterben liegt und umgekehrt. Oder ob das Tier beim Umgebungs-ODEM leuchtet, wenn die Hexe unter einem SCHLEIER DER UNWISSENHEIT steht.

Aber auch Hexen ohne Vertraute (ob tot oder gänzlich vertrautenlos) sollen behandelt werden, genauso wie Hexen mit anderen Vertrauten als dem Schwesternschaftsstandard.

Inhalt speziell: Flugfähigkeit

Hier geht es sowohl um die Frage, was sich als Fluggerät eignet und warum, als auch um praktische Überlegungen, wie ein Spielleiter mit der fliegenden Heldin umgehen kann.

Inhalt speziell: Hexen und Religion

Es soll mehr zur Satuariaverehrung und Religiosität von Hexen geben, jedoch ausdrücklich keine Satuariapriesterinnen. Das Verhältnis zum Zwölfgötterglauben soll ebenfalls — regional unterschiedlich — beleuchtet werden.

Auch soll der Hintergrund von Eigeborenen („Wer legt denn eigentlich das Ei?“ – „Pressen!“) ein wenig aufgeklärt werden. Die Mysterien im Hintergrund der satuarischen Geschichte etc. sollen dabei nicht komplett entmystifiziert werden, aber so aufbereitet sein, dass man als Spielleiter und Hexenspieler damit arbeiten kann.

Diskussion: DSA4-Forum

Über Feyamius

Mein Name ist Daniel und ich spiele seit 1995 DSA, etwa seit dem Umstieg auf DSA4 größtenteils als Meister. Ich bin seit Herbst 2010 ein Nandurion-Blogger und Ansprechpartner für Simias Werkbank.
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6 Kommentare zu DreieichCon 2012: Workshopbericht zum Hexenband

  1. Utharion Firwyn sagt:

    Genial, daß euch die Videos zur Verfügung gestellt werden, damit ihr berichten könnt. =)

  2. Cifer sagt:

    Danke für den Bericht. Klingt zum allergrößten Teil sehr interessant – und nachdem man sich an Elementare Gewalten an interessant klingenden Inhalten die Finger verbrannt hat (gerade was Zusammenfassungen bestehender Regeln angeht, die dann plötzlich ganz anders lauteten), bin ich guter Hoffnung, dass man hier sorgsamer umgeht.

    Ich bin gespannt!

  3. Zwerg des Monats sagt:

    Das da hört sich wirklich gut an! Als praktizierender Hexer freue ich mich schon auf den Band!

  4. Xeledon sagt:

    In der Tat spannend. Wenn der Band so gut wird, wie sich das für mich momentan anhört, will ich dann analoge Bände auch zu Druiden&Geoden, sowie eventuell auch zu Schamanen, falls man die entsprechend sinnvoll unter einen Hut bringen kann.

  5. Thomas Bücken sagt:

    Kommt das Ding eig. noch?

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