Workshopbericht „Zukunft der Tulamidenlande“ – RatCon 2011

Work(shopbericht) in Progress

Der Workshop zur Zukunft der Tulamidenlanden wurde von Marco Findeisen, Marc Jenneßen, Alex Spohr, Eevie Demirtel und Tahir Shaikh geleitet. Zunächst wurde kurz die dort verortete baldige Kampagne zu den Geheimnissen Hinter dem Schleier (vgl. LdES 178 ff.) angeschnitten, bevor die drei Hauptthemen der Runde erörtert wurden: Kalifat, Selem und Hasrabals Gorien. Zum Abschluss wurden die Tulamidenlande noch einmal allgemein betrachtet.

Hinter dem Schleier

kann Spuren von MI enthalten!

Die Kampagne ist räumlich auf Aranien und das Yalaiad beschränkt. Sie besteht aus den Abenteuern Schleiertanz und Schleierfall, wobei Schleiertanz aus drei ausgedehnten Abenteuern, vier Szenarien, einer umfassenden Einleitung, einer Vorschau, was danach bis zu Schleierfall passiert, sowie großen Anhängen und vielen Stadtkarten bestehen soll; das Buch wird dadurch also ziemlich dick. Der Band wird modular aufgebaut sein, auch lässt man Freiheiten dahingehend, wie mit manchen auch prominenten Antagonisten umgeht – also ob und auf welche Weise man sie aus dem Verkehr zieht.

Die Kampagne wurde und wird mit Botenartikeln eingeleitet und währenddessen begleitet. Eine Liste der relevanten Quellen ist im Band enthalten. Ob es einen Download mit den gesammelten Materialien geben wird, wie einst beim Band Drachenodem zum „Wurm vom Windhag“ geschehen, wird noch erwogen.

Nach der Kampagne jedenfalls soll es in Aranien wieder ruhiger werden.

Kalifat

In Rashduls Atem ist ein junger Mawdli gesetzt, der durch seine fanatisch-konservative Art die Sympathie und Unterstützung einiger Stämme erlangt und somit in Konkurrenz zum Kalifen treten könnte. Dies wurde bisher vernachlässigt und könnte künftig einmal aufgegriffen werden.

Auch aus dem Herzen des Kalifats könnte sich eine Bedrohung erheben, wenn Verborgenes unter der Kruste des Salzsees sich regt. Dadurch könnte nicht nur das Kalifat, sondern auch die Echsen bedroht werden.

Selem

Hier steht man noch ganz am Anfang der Überlegungen, wie man Selem etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen könnte.

Möglichkeiten wären ein alter Kult oder einfach Personen oder Gruppierungen, welche die alte Pracht des Sultanats Elem wiedererlangen wollen. Selem ist auch für diejenigen Leute interessant, die dem Zeitalter der Magiermoguln zugetan sind. Somit bestehen theoretisch mannigfaltige Verbindungen zu den Dunklen Zeiten, über die verschiedene Herrscher der Peripherie unterschiedlich schnell unterschiedlich viel herausfinden könnten. Das wäre vor allem auch Stoff für Helden und sollte sowohl in Abenteuern als auch in Botenartikeln thematisiert werden. Wie es enden soll, ist noch völlig offen.

Vorschläge aus dem Auditorium sahen Selem größtenteils als ziemlich gut liegenden „Freihafen“ und versuchten damit auch Gründe zu schaffen, wieso überhaupt jemand sich um Selem scheren sollte. Dies könnte zum Beispiel durch einen gewitzten Herrscher (vielleicht auch vom Typ „intelligenter Irrer“) umgesetzt werden, der durch besonnene Führung nicht zu viel Druck ausübt und eher subtil einen zollfreien Warenumschlagplatz und somit ein Handels’zentrum‘ aus Selem macht, um seinen eigenen Reichtum zu mehren, aber die Stadt politisch weiterhin prinzipiell sich selbst überlässt („wenn Eroberer kommen, lassen wir sie halt einmarschieren, in ein paar Monaten sind sie eh integriert …“). Die Idee schien bei den Leitern des Workshops gut anzukommen.

Gorien unter Hasrabal (?)

Hasrabal war eine recht polarisierende Figur. Einige Teilnehmer wünschten ihm das Erreichen seines Ziels, ein eigenes Großreich zu errichten; andere gönnten es ihm nicht. Für die Einen war er der planvolle Errichter eines Gorischen Reiches, für die Anderen der „Abstauber“, der lediglich günstige Gelegenheiten ausnutzte, um seinen Herrschaftsbereich zu vergrößern, positiv gesprochen also Chancen zu nutzen verstand. Alex äußerste die Möglichkeit, dass Hasrabal – obwohl er wohl kein Verhüllter Meister werden wird – trotzdem „irgendwie erhalten bleibt“ (er sei ja ein DSA-„Urgestein“). Einige Besucher des Workshops sahen für ihn jedoch einen mehr oder weniger unspektakulären Tod auf dem Sterbebett vor (etwas Besonderes in Aventurien!) – oder in einem letzten Magierduell mit einem seiner Kinder. Denn Einigkeit herrschte vor allem in einer Sache: Hasrabal soll der Begründer einer Dynastie sein und somit soll ihm zumindest dieser Traum in Erfüllung gehen. Seine Legende, an der er selbst strickt, könnte somit nach seinem Ableben weitergetragen werden. Denn die folgende Zeit heißt nur: „Wer tritt die Nachfolge in Hasrabals Reich an?“ Doch gibt es direkt einen Erben oder wird es zu einem Erbfolgekrieg kommen?

Seine Kinder werden in Zukunft mehr Spotlight erhalten. Hasrabal fördert Wettbewerbsdenken unter seinen Kindern – untereinander, aber auch gegen ihn selbst. So könnte es sein, dass er irgendwann in einem Magierduell von seinem Nachwuchs besiegt wird, aber auch, dass er wirklich „einfach so“ dahinscheidet. Auch dies würde Möglichkeiten bieten, wie zum Beispiel  einem Streit ums Erbe, bei dem sich eher ein gerissenes als ein fähiges Kind hervortut – etwa indem es vor allen anderen durch Zufall den Tod mitbekommt, dies jedoch einige Tage verheimlicht, um für es günstige Dinge in die Wege leiten zu können und die anderen vor vollendete Tatsachen zu stellen. Eevie schlug vor, dass Hasrabal selbst noch einen Erben einsetzen könnte, der es am wenigsten verdient hätte, um den Protest der anderen zu provozieren. Die Frage ist hier jedoch, ob Hasrabal wirklich will, dass die „Erbstreitigkeiten“ erst nach seinem Tod losgehen oder ob er vielleicht sogar noch im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Kräfte nach allen Regeln der Kunst besiegt und durch seinen Nachfolger vom Thron gestoßen werden will.

Eevie warf außerdem den Gedanken ein, dass seine jetzt noch miteinander konkurrierenden Kinder nach seinem Tod ein ganz anderes Beziehungsgeflecht entwickeln könnten, sobald der Grund für eben diese Konkurrenzsituation weggebrochen ist.

Wenn im Kalifat etwas passiert, wird Hasrabal aufgrund der räumlichen Nähe fast unweigerlich involviert werden. Nach seinem Ableben könnte die Rashduler Magierakademie wieder den dämonologischen Zweig eröffnen.

Tulamidenlande allgemein

Generell scheint die Spielerschaft einigermaßen zufrieden zu sein mit dieser Region, sodass hier nicht viel geändert werden muss. Diskutiert wurden ein tulamidisches Großreich und/oder ein Großgorien, die auf jeden Fall konkurrenzfähig zu Aranien sein sollten. Vielleicht auch zwei andere tulamidische Reiche mit unterschiedlichen Ideologien, z.B. um die Städte Khunchom und Fasar  als Zentralen herum. À propos Fasar: Thomeg Atherion wird in nächster Zeit in den Fokus rücken, ohne selbst etwas Schlimmes zu tun. Er muss vielmehr auf etwas reagieren und könnte dabei die Hilfe der Helden gebrauchen. Auch strebt er vielleicht mal wieder nach dem Amt des Convocatus Primus der Schwarzen Gilde und es gilt, Salpikon Savertin auszustechen.

Auch Dolguruk wird in Thalusa etwas aktiver werden, vielleicht sogar gleich an mehreren Stellen, denn er sei ja immer noch auf der Suche nach einigen Tafeln.

Trotz der angesprochenen Großreiche soll weiterhin die Möglichkeit erhalten bleiben, recht frei kleinere Herrschaftsbereiche in Mhanadistan zu positionieren, die auch von Helden geführt werden könnten. Hier wurden nun (teilweise etwas augenzwinkernd) diverse Alternativen zu den etwas abgenutzten Magokratien gesucht und gefunden: ‚Hexokratien‘ (Herrschaft von Hexen/-zirkeln), ‚Kristallokratien‘ (Herrschaft von Achaz-Kristallomanten), ‚Diskokratien‘ (Herrschaft von Zaubertänzern), ‚Druidokratien‘ (die aber wohl besser nach Tobrien passen) … 😉
Etwas ernsthafter wurden jedoch auch Theokratien vorgeschlagen.

Wir hoffen, euch einen guten Einblick in den Workshop gegeben und euch neugierig auf die Zukunft der Tulamidenlande gemacht zu haben. Es waren viele schöne Ideen dabei, die die Region auch weiterhin so interessant und auch beliebt halten könnten wie bisher.

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Über Feyamius

Mein Name ist Daniel und ich spiele seit 1995 DSA, etwa seit dem Umstieg auf DSA4 größtenteils als Meister. Ich bin seit Herbst 2010 ein Nandurion-Blogger und Ansprechpartner für Simias Werkbank.
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5 Kommentare zu Workshopbericht „Zukunft der Tulamidenlande“ – RatCon 2011

  1. Uwe Mechenbier sagt:

    @Hasrabal

    Erhaltet bitte den Sahib-al-Sitta als NSC, selbst wenn er dazu zu einem Elementaren Wesen oder so werden sollte. Er ist ein Charakter der unbedingt zu unsererem RSP dazugehört mMn.

    @Tulamidisches Großreich:

    Bitte nicht. Punkt.

    @Selem

    dann aber bitte ne bereits publizierte Person und nicht n neuen Stadtherrscher ausm Selemer Sauerbrotteig kneten…..

    U.M.

  2. Alrik Fassbauer sagt:

    Ach, Hasrabal hat Kinder ???

    Muß ich irgendwie übersehen haben … Vom Boten her kann ich mich jetzt an nichts erinnern …

    • miro sagt:

      Davon hat er sogar ’nen ganzen Sack voll. Na gut, war jetzt ein wenig mehrdeutig. Aber ein tulamidischer Potentat, der keine Kinder mit so vielen Frauen wie möglich zeugt, kann doch nix taugen.

      Und denk an den sechten Sohn des sechsten Sohnes. Ohne eigene Kinder gibts das nicht. Außer man blättert im größten irdischen Märchenbuch namens Bibel und schaut unter Josef nach.

      • Interessanterweise nehmen einige Wissenschaftler sogar an, dass Jesus Frau und Kinder hatte. Und zwar genau deswegen: weil es nicht erwähnt wird.

        Es war damals wohl so üblich Frau und Kinder zu haben, dass es nicht erwähnenswert erschien.

        Mit Hasrabal hat das jetzt natürlich nichts zu tun 😉

  3. Nobbi sagt:

    Also ich muss sagen, dass ich nicht traurig wäre, wenn Hasrabal endlich den Löffel abgibt. Eher im Gegenteil, es sind schon viele andere und beliebtere NSCs jünger dahingeschieden. Was den Punkt DSA-Urgestein angeht, lehrt uns die Erfahrung, dass nicht alles früher gut oder besser war ( siehe das Erbe Borbaradas ).
    Was Aranien und Selem angeht, bin ich mal auf die Entwicklungen gespannt.

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