RatCon 2015 – Workshop: Zukunft im Sand

Ratcon2015Der Workshop mit der wohl besten atmosphärischen Umsetzung stand ganz am Ende der Ratcon: Die Temperaturen der Khôm konnte man dieses Wochenende gut nachfühlen.

Die letzten größeren Abenteuer in diesem Bereich waren die Bände um die Kampagne Der Löwe und der Rabe, welche vor inzwischen 22 Jahren erschienen sind. Um die Kultur der Novadis wieder erleb- und erspielbar zu machen, soll es neue Abenteuer in dieser Region geben, die verschiedenen Schwerpunkte haben werden.

Nachdem in letzter Zeit Zukunft im Sand zunächst als Alveraniarsabenteuer gespielt und später im Jahrbuch 1037 BF abgedruckt wurde, kündigte sich ja bereits an, dass sich in der Wüste wieder etwas tun würde. Was genau es sein wird, dazu sammelten Anni Dürr und David Lukaßen Ideen und bitten auch um weitere in der Kommentarspalte dieses Berichts. Obwohl noch nicht klar ist, welche davon es letztlich ins offizielle Aventurien schaffen, wird dieser Artikel natürlich höchstwahrscheinlich Spoiler enthalten.

Zunächst ging es um die Frage, warum die Novadis in Spielerkreisen keinen großen Zuspruch finden und ob bzw. was man an ihrer Kultur ändern sollte. Erwartungsgemäß gingen die Meinungen hier auseinander – Frauenfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Karmalosigkeit der Mawdliyat, Mangel an positiven Identifikationspersonen, Intoleranz der Zwölfgöttergläubigen gegenüber den Novadis, irdisches Zeitgeschehen, fehlender Fokus der Redaktion und etliche Punkte mehr wurden angesprochen und Änderungsmöglichkeiten überlegt. Andererseits wurde auch gebeten, nicht zu viele Ecken und Kanten der Novadis abzuschleifen, um sie nicht zu generisch zu machen. Diese Änderungen sollen dabei nicht per Retcon, sondern organisch durch die fortschreitende Geschichte herbeigeführt werden, was vor allem bedeutet: Es wird mal wieder Abenteuer in und um die Region geben. Wie schon in Zukunft im Sand angeteasert, bedeutet das wahrscheinlich die zweite Offenbarung Rastullahs oder ein ähnlich bedeutsames Großereignis, das zu Umwälzungen im Kalifat führen wird. Darauf folgend muss der Kalif zunächst innerhalb seines Reichs Streitigkeiten schlichten, was dann auf einen Feldzug hinauslaufen wird. Dieser soll heißspornigen Kriegern eine Richtung geben, damit sie sich nicht gegenseitig bekämpfen – wohin das geographisch geht, ist bisher noch unklar.

AB_A41[1]Die grundlegende Struktur entspricht dabei einer Perlenkette: Die Abenteuer sind für den Metaplot bedeutsam genug, dass Anfang und Ende feststehen müssen. Ob aber zum Beispiel ein Stamm zum Bündnis gebracht wird, weil man seinen Führer überzeugt, weil man ihn durch einen Konkurrenten ersetzt oder weil man ihn militärisch bedroht, wird den Spielern überlassen bleiben. Dabei sollen auch neue Meisterpersonen ins Feld geführt werden, die nicht bloß applaudierend am Seitenrand stehen, sondern ebenfalls handeln – die Helden werden vor allem dann aktiv, wenn beispielsweise der Kalif nicht ohne einen diplomatischen Zwischenfall zu provozieren in eine Stammesfehde eingreifen könnte. Dabei werden die Abenteuer natürlich für Novadis spielbar sein, aber auch für fremde Charaktere Motivationen bereithalten. So könnte ein ausländischer Machthaber einen Agenten bei den Novadis positionieren wollen, um sicherzugehen, dass sie nicht gerade bei ihm einfallen werden. Auch eine schrittweise Konvertierung eines Ungläubigen ist denkbar.

Die Zahl der Abenteuer ist dabei noch offen – zwei sind zumindest angedacht, aber auch mehr sind denkbar, wobei voraussichtlich am Ende der Kampagne die neue Regionalspielhilfe steht, die die darin herbeigeführten Zustände kodifiziert.

Weitere Überlegungen im Workshop betrafen novadische Ereignisse außerhalb der Khôm. So wurde angeregt, dass eine Rastullahoffenbarung in anderen Landen die Hardliner schwächen könnte oder mit sanfter Mission oder einer Jugendbewegung Konvertiten zu gewinnen wären. Auch eine Ausdehnung des Rastullahglaubens ins leidgeprüfte Tobrien wurde erwogen oder ein Lokalherrscher, der nominell zum Rastullahglauben konvertiert.

Bei einer Diskussion zu den Meisterpersonen fiel vor allem deren Alter auf: Seit Löwe & Rabe hat sich kaum noch etwas verändert. Dabei sprach sich eine deutliche Mehrheit der Anwesenden speziell gegen das Ableben von Hasrabal aus. Gewünscht wurden sich allerdings positive Identifikationspersonen, die Novadis jenseits von Wüstenräubern und Glaubensfanatikern erlebbar machen.

Da sich hier noch so viel im Fluss befindet und noch nicht über das Ideenstadium hinausgekommen ist, bietet sich natürlich auch für Fans die Möglichkeit, noch etwas zu beeinflussen. Also: Wie sieht das Kalifat der Rechtgläubigen in euren Märchen aus 99 Nächten aus? Die Autoren des Workshops werden die hiesige Kommentarspalte im Auge behalten.

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