RPC-Nachlese: Schicksalspfade, Splitterdämmerung und mehr

Die RPC ist zwar schon über eine Woche vergangen, aber noch immer harrten einige unserer Notizen der Auswertung, die wir euch nicht vorenthalten wollen. In unserer Kolumnensparte Heiliger Strohsack können wir euch zweierlei präsentieren: Erstens einen Vorabspielbericht zu Schicksalspfade (zusammen mit einem Kurzinterview mit Christian Trinczek); zweitens, unter der Überschrift Neues vom Nerdpol, einen subjektiven Rückblick mit allerlei Eindrücken von der RPC, der von mir niedergeschrieben wurde.

Darüber hinaus haben wir an dieser Stelle noch unsere Notizen zu Gesprächen aufbereitet, die wir mit Daniel Simon Richter führen konnten, der auf der RPC 2012 am Meeting-Point Auskunft zu Konzept, Hintergründen und der weiteren Entwicklung des Splitterdämmerungszyklus gab. Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen.

Warnung: Spoilergefahr!

Splitterdämmerung: Konzept und Planung

Insgesamt laufen die Vorarbeiten für das Projekt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits seit knapp eineinhalb Jahren. Diesmal habe man besonders viel Wert auf die Planung und Koordination der Bände gelegt, auch um manche Fehler, die in der Vergangenheit bei größeren Projekten gemacht wurden, nicht zu wiederholen.

Allgemein wird der Zyklus sowohl vom Umfang als auch von den Auswirkungen her ein „größeres Ding“ als die Drachenchronik. In gewisser Hinsicht geht es bei der Splitterdämmerung darum, endlich die Ernte aus dem Sieg über Borbarad einzufahren. Der allgemeine Tenor lautet: Die Heptarchen bekommen diesmal ordentlich was aufs Gesäß, es wird aber keine geradlinige Heptarchen- und Splitterentsorgung. Für unerwartete Storywendungen und Überraschungen soll ebenso gesorgt sein wie für echte und befriedigende Erfolge der Helden.

Eine wichtige Motivation des Konzepts besteht in der Annahme, dass die Splitter beizeiten (zumindest manchen) Heptarchen entzogen werden müssen, weil eine solch massive Bedrohung wie die Splitter auf Dauer dazu führen müsste, dass sich alle Machtgruppen auf Seiten der Guten bzw. Nichtganzsobitterbösen zusammenschließen, um den Kampf gegen die Heptarchen zu ihrem vorrangigen Anliegen zu machen. (Gerade für eine möglicherweise wiedererstarkende Praioskirche müsste diese Angelegenheit z. B. ganz oben auf der Agenda stehen.) Einen solchen Zustand will man von Seiten der Redaktion vermeiden, zugleich sollen die Antagonisten der Heptarchen aber auch in Zukunft glaubwürdig agieren können. Zeit für Helden also.

Der Splitterdämmerungszyklus ist, wie Daniel mehrfach betont, keine Kampagne. Das Konzept ist nicht darauf ausgelegt, dass man alle Abenteuer mit einer Gruppe vom Anfang bis zum Ende spielt. Genau genommen dürfte es sogar recht schwierig sein (wenn auch nicht unmöglich), den Ablauf der Ereignisse am Spieltisch entsprechend zu koordinieren. Es wird in den Abenteuern einerseits einen klar strukturierten roten Faden mit fixen Ereignissen geben, die auf jeden Fall stattfinden, darum herum soll aber ein ordentliches Ausmaß an Freiheit für die Spieler bzw. Helden geben. Manche Ereignisse werden zudem zeitlich eher konkret datiert sein, bei anderen (siehe Bahamuths Ruf) ist die Zeitspanne eher großzügig bestimmt, so dass es den Spielgruppen überlassen ist, zu bestimmen, wann genau was stattfindet.

Auf die Frage nach der Rolle des Horas antwortet Daniel: Der Horas spielt für den Zyklus eine wichtige Rolle, weil man ihn für die Anfertigung der Behältnisse braucht, welche die Splitter aufnehmen können. Der Rest ist aber Heldenaufgabe. Für jeden Splitter werden vermutlich auch immer mehrere wichtige Fraktionen eine Rolle spielen, mit denen die Helden kooperieren können.

Splitterdämmerung: Die Auswirkungen

Mehrfach betont wurde: Es wird nicht darum gehen, die Schattenlande auszulöschen und ein blütenweißes Mittelreich in Zustand und Grenzen von 7 Hal wiederherzustellen. Die Schattenlande seien inzwischen, auch in den Köpfen ihrer Bewohner, zu sehr etabliert, als dass sie noch auf die Präsenz übermächtiger Splitterbesitzer angewiesen seien. Das, wofür die Schattenlande jetzt stehen, könne auch ohne die Gegenwart der Splitter weiter existieren. Als ein Beispiel wurde hier Mendena genannt, das nicht wieder in seinen ursprünglichen, beschaulichen Zustand zurückversetzt werden soll, auch ein Wiederaufbau Ysilias sei ein eher hoffnungsloses Unterfangen. All dies bedeute aber nicht, dass die Regionen, die in der Vergangenheit und Gegenwart unter dem Einfluss der Splitter standen, im Laufe des Zyklus keine Veränderungen erfahren. Welche Auswirkungen die Abenteuer jeweils haben, wird zum einen in den jeweiligen Bänden, zum anderen in bekannter Form im Aventurischen Boten (und dann ggf. auch in den Jahrbüchern) thematisiert werden.

Splitterdämmerung: Der weitere Ablauf

Als nächstes stehen uns ins Haus (neben Schleierfall): Der Agrimothsplitter, der Targunitothsplitter und auch noch mal „etwas zu Glorana“. Die aktuelle Schätzung lautet, dass es insgesamt acht Bände werden. Der finale Band könnte schon in knapp eineinhalb Jahren erscheinen. Das Finale der Splitterdämmerung fällt inneraventurisch 1040 BF mit in der von langer Hand geplanten Haffax-Aktion zusammen, über die Daniel jedoch noch nichts zu verraten bereit war. Auch zu Maraskan ließ er sich nur nach mehrfachem Nachfragen ein vorsichtiges Statement entlocken: „Es wird interessant und schön“. Konkrete Infos gibt’s bis auf Weiteres hierzu erst mal nicht, auch lässt Danieljians Draijisch offen, ob zukünftige Entwicklungen auf der Insel überhaupt im Zusammenhang mit dem Splitterdämmerungszyklus stehen werden.

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